Journalist:in

Journalist:innen sind Beobachter:innen der demokratischen Gesellschaft. Sie erzählen ganz allgemein die Geschichten, die die Menschen bewegen. Vom lokalen Vereinsleben bis zum politischen Skandal ist alles dabei. Es gibt wenig, womit sich Journalismus nicht beschäftigt – Neugierde ist deshalb die wichtigste Eigenschaft für (angehende) Journalist:innen.

Steckbrief

Einstiegsgehalt:

ca. 2.600 € brutto (kleine Firma, ohne Tarif) bis ca. 3.500€ brutto (größere Firma, Tarifgehalt)

Mögliche Arbeitgeber:

Verlage, Online­redaktionen, TV-Sender, Produktions­firmen, Radio­stationen

Ausbildungstyp:

Studium, Ausbildung, Quereinstieg

Geforderte Skills:

Schnelligkeit
Kreativität
Neugierde
Belastbarkeit

Redakteur:in (Print, Hörfunk, TV, Online, Crossmedia)

Frei, fest oder Feste:r Freie:r?

Die Berufsbezeichnungen „Redakteur:in“ und „Journalist:in“ werden oft synonym verwendet. Redakteur:innen und Journalist:innen können als Freie, also selbstständig, arbeiten und sich ihre Aufträge selbst einteilen. Es gibt auch sogenannte Feste Freie. Das ist eine Mischung: Die/der feste Freie kann an eine Redaktion gebunden sein und dort zum Beispiel regelmäßig eine festgelegte Anzahl an Stunden oder eine bestimmte Zahl an Beiträgen liefern, ohne fest angestellt zu sein.

Ein Großteil der Redakteur:innen sind in einem Verlag, Sender oder einer Produktionsfirma angestellt und fest in eine Redaktion eingebunden. Als angestellte:r Redakteur:in beziehst du ein festes monatliches Gehalt und hast (mehr oder weniger) geregelte Arbeitszeiten (Überstunden und Wochenendarbeit gehören ehrlicherweise zum Job von Redakteur:innen dazu).

Crossmedial oder nur für ein Medium?

Redakteur:innen können nur für ein Medium arbeiten, also zum Beispiel als reine Hörfunk- oder Print-Redakteur:innen tätig sein, oder sie arbeiten parallel für verschiedene Medien, also crossmedial. Das ist beispielsweise abhängig von der Größe ihres Arbeitgebers, ihrer Ausbildung oder den Strukturen in der jeweiligen Firma.

Der Beruf der/des Videojournalist:in (VJs) ist zum Beispiel sehr spezialisiert. VJs produzieren Bewegtbild. Das Besondere an ihrem Jobprofil ist, dass sie in diesem Bereich alles selbst machen. VJs drehen und schneiden selbst, wohingegen „normale“ TV-Redakteur:innen mit Kameraleuten und Cutter:innen im Team arbeiten.

Themen-Allrounder:in oder Nischen-Spezialist:in?

Zeitungsredaktionen sind normalerweise in Ressorts wie Sport, Politik oder Wissenschaft gegliedert. In den einzelnen Ressorts arbeiten Redakteur:innen, die sich auf ein Thema spezialisiert haben. Neben Wissenschaftsjournalist:innen, Musik- oder Sportjournalist:innen ist der Job der/des Datenjournalist:in im Moment sehr gefragt. Generell ist es als angehende:r Journalist:in sinnvoll, wenn du dir ein Thema suchst, das dir besonders liegt und mit dem du dich journalistisch beschäftigen möchtest.

Aufstiegsmöglichkeiten im Journalismus

Einsteigen wirst du in eine Redaktion meist als Praktikant:in, Volontär:in oder Jungredakteur:in/Junior-Redakteur:in. Mit entsprechender Arbeitserfahrung kannst du dann zur/zum Redakteur:in aufsteigen. Und nach ein paar Jahren ergibt sich vielleicht die Möglichkeit, Redaktionsleiter:in oder CvD (Chef:in vom Dienst) zu werden. Vielleicht wirst du auch irgendwann Chefredakteur:in. Dafür sollte einem das Organisieren und Planen liegen, denn in den Leitungspositionen wirst du weniger selbst schreiben/drehen/produzieren, sondern eher Andere managen.

Reporter:in

Reporter:innen sind überwiegend draußen unterwegs. Sie begleiten ihre Protagonist:innen (diejenigen, über die sie berichten) und tauchen in deren Lebenswelt ein. Es gibt zum einen TV- und Hörfunk-Reporter:innen. Manche von ihnen sind auch vor der Kamera zu sehen oder zu hören (im ON/On air). Oft auch live, wenn sie etwa von einer Naturkatastrophe berichten. Wenn sie nicht unterwegs sind, dann sind manche von ihnen für die Postproduktion ihrer Reportage (oder auch anderer Formate) aber auch am Schreibtisch oder im Schnittraum, wo dann der fertige Clip, Film oder Audio-Beitrag entsteht. Andere sind vielleicht nur unterwegs und haben alles Organisatorische an Redakteur:innen oder CvDs abgegeben. Neben TV- und Hörfunk-Reporter:innen gibt es auch Reporter:innen, die für Print- oder Online-Zeitungen arbeiten.

Mit dem Begriff Reporter:in meint man auch oft investigativ arbeitende Journalist:innen. Diese decken Missstände auf, bleiben länger an Themen dran, arbeiten eng mit Informant:innen und Quellen zusammen und widmen sich gesellschaftlich brisanten Themen.

Korrespondent:in

Korrespondent:innen berichten aus einem bestimmten Gebiet, in dem sie normalerweise auch leben. Dieses Gebiet kann im Inland sein, zum Beispiel Landkreis Bad Tölz, oder auch im Ausland, etwa in Südostasien. Der Bayerische Rundfunk (in Verbund mit der ARD) verfügt zum Beispiel über ein Netz an Korrespondent:innen, die dann aus ihrer Location Reportagen, Berichte oder Nachrichten liefern. Wichtige Voraussetzung – neben den journalistischen Skills natürlich – sind hier Sprachkenntnisse, Netzwerke vor Ort und Kenntnisse der Region.

Moderator:in

Moderator:innen sind das Gesicht und Aushängeschild einer Sendung. Nicht alle Moderator:innen arbeiten auch journalistisch. Zum Berufsprofil von journalistisch arbeitenden Moderator:innen gehört zum Beispiel die Kunst, ein gutes Interview zu führen. Neben dem Fragenstellen muss die/der Moderator:in denken, die Zielgruppe und die Zeit im Blick haben und sich schon ein Fazit überlegen. Magazin-Moderator:innen moderieren zudem Beiträge – auch MAZen genannt – an und ab, das heißt sie müssen den Inhalt gut kennen. Vielleicht haben sie neben ihrer Tätigkeit als Moderator:in auch Themen vorgeschlagen und selbst Beiträge umgesetzt. Der Zugang zum Job der/des Moderators:in ist grundsätzlich derselbe, wie zu den anderen Berufen mit journalistischem Background. Allerdings gibt es auch (private) Anbieter, die eine spezielle Ausbildung zur/zum Moderator:in anbieten, wie zum Beispiel die Moderatorenschule München. Der Weg kann aber auch über ein von einem Sender ausgeschriebenes Moderator:innen-Casting gehen.

Drei klassische Wege in den Journalismus

Fachstudium + Volontariat oder Kompaktstudium

Wofür brennst du? Was interessiert dich thematisch und über welche Themen möchtest du gerne berichten? Dieses Thema kannst du in einem Fachstudium vertiefen.

Viele Journalist:innen haben ein Fachstudium aus dem geistes-, kultur- oder sozialwissenschaftlichen Bereich absolviert, wie zum Beispiel Politikwissenschaften. In einem solchen Studium lernst du, gesellschaftliche Entwicklungen kritisch zu hinterfragen.
Oder du studierst zum Beispiel Biologie, Medizin oder Gesundheitsökonomie und spezialisierst dich später als Journalist:in auf Themen aus dem Gesundheitsbereich oder der Gesundheitspolitik. Wenn dein Kopf dann voller Fachwissen ist, fehlt dir „nur“ noch das journalistische Handwerkszeug, um tolle Artikel oder Beiträge zu produzieren. Viele Journalist:innen lernen das neben ihrem Studium durch Praktika, freie Mitarbeit oder eigene journalistische Projekte.

Es gibt aber noch andere Möglichkeiten, nach dem Fachstudium an journalistische Skills zu kommen:

1. Du bewirbst dich für ein Volontariat. TV-Sender oder Verlage, aber auch Produktionsfirmen bieten Volos an. Die sind meist sehr begehrt. Ein Fachstudium ist nicht unbedingt Voraussetzung für ein Volo, erhöht deine Chancen aber ungemein. Die XPLR Media Map  zeigt dir Akteure und Institutionen am Medienstandort Bayern. Hier kannst du auf deren Website nachschauen, ob gerade Volontär:innen gesucht werden.

2. Einige (private) Medienakademien bieten sogenannte Kompakt-Studiengänge an, die in ihren Inhalten eher einem Volo als einem Studium ähneln und sehr praxisorientiert ausgelegt sind. Hier lernst du in relativ kurzer Zeit journalistische Skills und kannst diese auch praktisch erproben.

Hier findest du Kompakt-Studiengänge für journalistische Skills am Medienstandort Bayern.

Kombiniertes Studium (Fach + Journalismus)

Sport ist dein Ding? Du möchtest über Tore und Turniere berichten? Dann kannst du direkt Sportjournalismus studieren und lernst sowohl den Themen-Background als auch die journalistischen Skills.

Wenn du dich für Mode interessierst, aber keine entwerfen, sondern darüber schreiben möchtest, kannst du das in einem Studiengang Modejournalismus lernen.

Dasselbe gilt für Technik- und Musikjournalismus. Auch hier gibt es Studiengänge, an denen du deine Leidenschaft für das Thema sowie zum Beispiel für das Schreiben oder Filmen kombinieren kannst.

Auch nach einem Journalismus-Studium kannst du nicht immer direkt in den Job einsteigen und wirst eventuell noch ein Volontariat machen. Das ist meist abhängig von dem Unternehmen, bei dem du arbeiten willst und dessen Ausbildungsstruktur, deinem genauen Werdegang, deinen Praktika und deiner Arbeitserfahrung. Nach einem Studium noch ein Volontariat zu absolvieren ist im Journalismus jedenfalls keine Seltenheit.

Journalismus Studium

Du kannst auch ganz konkret Journalismus studieren. Hier liegt der Fokus klar auf journalistischen Skills: der Recherche, dem Umgang mit Quellen und dem Storytelling.
Auch nach einem Journalismus-Studium kannst du nicht immer direkt in den Job einsteigen und wirst eventuell noch ein Volontariat machen. Das ist meist abhängig von dem Unternehmen, bei dem du arbeiten willst und dessen Ausbildungsstruktur, deinem genauen Werdegang, deinen Praktika und deiner Arbeitserfahrung. Nach einem Studium noch ein Volontariat zu absolvieren ist im Journalismus jedenfalls keine Seltenheit.

Welche Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten gibt es in Bayern?