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Relevant bleiben: Wie Medienakademien Teilnehmende gewinnen und binden

Schnelllebige Tools, sinkende Budgets und neue Online-Konkurrenz: Für Weiterbildungsanbieter ist Relevanz längst kein Selbstläufer mehr. Wer heute Redaktionen und Fachkräfte überzeugen will, braucht mehr als Standard-Seminare. Dieses Whitepaper zeigt praxisnah, wie Akademien Zielgruppen passgenau ansprechen, echte Branchenbedarfe identifizieren und Trends von Substanz trennen. Inklusive konkreter Einblicke und Best Practices der Akademie für Neue Medien Kulmbach und der Akademie der Bayerischen Presse.

Medienberufe verändern sich schneller, als sich Curricula überarbeiten lassen. Was vor wenigen Monaten noch als Zukunftsthema im Seminarprogramm stand, gehört längst zum Redaktions- und Agenturalltag. Wer Weiterbildung anbietet, plant also für Anforderungen, die sich bereits verschoben haben, bevor das erste Seminar beginnt.

Zudem konkurrieren Medienakademien nicht mehr nur untereinander, sondern auch mit Onlinekursen, die sich abends zwischen zwei Terminen absolvieren lassen, mit Zertifikaten, die in wenigen Wochen zu haben sind, und mit Corporate-Angeboten, die Arbeitgeber direkt im eigenen Haus bereitstellen.

Weiterbildungsanbieter sollten sich daher nicht nur auf ihre Bekanntheit verlassen und Sichtbarkeit mit Relevanz verwechseln. Relevanz ist ein Versprechen, das sich jedes Jahr und mit jedem Seminar neu einlösen muss, gegenüber jeder einzelnen Teilnehmerin und jedem einzelnen Teilnehmer. Wie das gelingen kann, zeigt dieses Whitepaper.

Die Zielgruppen genau betrachten

Wer eigentlich entscheidet über die Seminarbuchung? Das ist von Unternehmen zu Unternehmen anders. Deshalb ist die Frage nach der Zielgruppe für ein Weiterbildungsprogramm sehr wichtig. Denn es macht einen großen Unterschied, ob Mitarbeitende selbst über ihr Fortbildungsbudget entscheiden können oder ob Ausbilder und Ausbilderinnen, Vorgesetzte oder Selbstständige die Buchung vornehmen. Oft entscheiden Menschen mit, die selbst nicht in der Liste der Seminar-Teilnehmenden auftauchen. Auf vier Gruppen lohnt sich ein genauerer Blick.

  • Berufseinsteiger:innen

    Volontärinnen, Trainees und Einsteiger wollen Fähigkeiten aufbauen, Lücken schließen und Netzwerke knüpfen. Was sie abhält, ist selten Desinteresse, sondern knappe Budgets und volle Terminkalender: Die Freigabe hängt am Wohlwollen der Vorgesetzten. Orientierung suchen sie dort, wo ihr Berufsalltag stattfindet – auf LinkedIn, in Fachnewslettern und vor allem durch Kolleginnen, die schon dort waren. Entscheidend für den Buchungserfolg ist deshalb, dass Weiterbildungsangebote ihnen handfeste Argumente für den internen Pitch liefern.

  • Quereinsteiger:innen

    Quereinsteiger bringen Fachwissen mit, suchen aber Branchenanschluss und Glaubwürdigkeit. Da dieser Übergang gelingen muss und oft aus eigener Tasche finanziert wird, sind die Nutzenerwartungen hoch. Ihre größte Hürde: die Orientierung. Welche Abschlüsse zählen wirklich, welche kosten nur? Sie recherchieren länger und gründlicher als alle anderen Gruppen. Vertrauen schaffen Erfahrungsberichte, Alumni-Stimmen und Angebote, die Türen öffnen – durch konkrete Praxisprojekte und belastbare Kontakte in Redaktionen.

  • Berufserfahrene

    Berufserfahrene suchen Tiefe und Aktualität: von KI bis zu neuen Geschäftsmodellen. Sie erkennen sofort, ob Dozierende echte Praxiserfahrung mitbringen. Was sie bremst: Zeitmangel, ein voller Kalender und Skepsis gegenüber rein theoretischem Wissen. Zudem meiden Führungskräfte reine Einsteigerrunden. Überzeugt werden sie über fachlich geschätzte Kontakte, Konferenzen und gezielte Branchenmedien. Entscheidend ist der spürbare Mehrwert, der weit über ein Kollegengespräch oder Fachartikel hinausreicht.

  • Die Entscheider:innen im Hintergrund

    Arbeitgeber, Personalabteilungen und Redaktionsleitungen entscheiden über Budgets und Freistellungen. Sie fragen nüchtern nach dem unternehmerischen Nutzen: Rechnet sich die Investition, wird das Team besser, lässt sich der Ausfall kompensieren? Wer diese Entscheider überzeugen will, braucht eine andere Sprache: weniger Inspiration, mehr harte Argumente, verlässliche Formate und messbare Ergebnisse. Sie orientieren sich vor allem an Branchenverbänden, Referenzen anderer Häuser, Personalnetzwerken und dem direkten, persönlichen Austausch.

Erkenntnis

Das bedeutet, eine Akademie, die alle vier Gruppen mit derselben Botschaft anspricht, erreicht im Zweifel keine. Die Gruppen unterscheiden sich in ihren Fragen, in ihren Kanälen und darin, wem sie vertrauen.

Das Angebot ist die Botschaft

Posi­tion­ierung als Marketinginstrument

Gerade bei Akademien ist Marketing mehr als nur die Verpackung. In einem Markt, in dem Teilnehmende vergleichen, bevor sie buchen, wird das Angebot selbst zu einem starken Marketinginstrument. Die Positionierung entscheidet darüber, welches Angebot überhaupt entsteht.

Gegen Onlinekurse und Corporate-Angebote lässt sich nicht über Preis und Verfügbarkeit gewinnen. Die Stärken liegen woanders, und es lohnt sich, sie ehrlich zu benennen: Netzwerk und Austausch unter Gleichgesinnten, Dozierende, die im Berufsfeld aktiv sind, Praxisprojekte mit echten Ergebnissen, eine unabhängige Perspektive jenseits der Hausmeinung des eigenen Arbeitgebers. Das sind Leistungen, die sich schwer digital oder intern nachbauen lassen. Entscheidend ist, dass sie im Angebot selbst sichtbar werden und nicht erst im Marketingtext.

Das Angebot sichtbar machen

Titel, Beschreibung, Format, Dauer, Preis und die Namen der Dozierenden sind die Touchpoints, an denen sich Interessierte dafür oder dagegen entscheiden. Das beginnt schon bei der Sprache. Seminartitel, die ein Thema benennen, überzeugen weniger als solche, die ein Problem aufgreifen. „KI im Journalismus” ist ein Thema; „Mit KI recherchieren, ohne Quellen zu verlieren” ist ein Versprechen.

Wichtig ist auch, dass sie einen konkreten Nutzen versprechen: Was kann ich nach dem Seminar, das ich vorher nicht konnte? Wer das konkret beantwortet, hilft Teilnehmenden und Entscheider:innen gleichermaßen, denn Letztere müssen eine Freistellung oder Kostenübernahme begründen.

Relevant ist außerdem das Format. Berufseinsteiger und Berufserfahrene haben nicht dieselbe Zeit. Modulare Angebote, kompakte Intensivformate, Kombinationen aus Präsenz und Online oder Inhouse-Varianten für Redaktionen sind keine Zugeständnisse an den Zeitgeist, sondern Antworten auf unterschiedliche Lebens- und Arbeitslagen.

Entscheidend sind auch die Dozierenden. Wer erkennbar aus der Praxis kommt und das auch zeigt, etwa über Beiträge, Auftritte oder Fallbeispiele, macht ein Programm glaubwürdiger als jede Beschreibung.

Vom Programm zum Portfolio

Schließlich lohnt der Blick auf das Ganze. Ein Programm, das aus vielen Einzelseminaren besteht, überfordert Interessierte mehr, als es ihnen hilft. Eine klare Architektur mit Einstiegsangeboten, Vertiefungen und Entwicklungswegen gibt Orientierung und schafft zugleich Anschluss: Wer ein Seminar besucht hat, hat eine Idee, wie er oder sie weitermachen kann. Auf diese Weise kann aus der Einzelbuchung eine Beziehung werden, sodass Teilnehmende nicht nur gewonnen, sondern auch gehalten werden.

Prax­is­beispiel: Akademie für Neue Medien in Kulmbach Ohne Werbebudget, aber mit offenen Ohren

Von der Radioakademie zum Mehrspartenhaus

Als Thomas Nagel den allerersten Kurs der Akademie besuchte, gab es noch Plattenspieler und Bandmaschinen. Heute ist er Studienleiter und macht den Standort in Oberfranken attraktiv für die Aus- und Weiterbildung von Journalist:innen. Im Zentrum steht die viereinhalb Monate lange Kompaktausbildung zum Crossmedia-Journalisten, die teils online, teils in Präsenz stattfindet.

Trotz aller Online- und KI-Module braucht es die Akademie als Ort zum Lernen, aber auch zum Netzwerken. Unser historisches Gebäude bietet dafür einen besonderen Rahmen.

Thomas Nagel Studienleiter, Akademie für Neue Medien in Kulmbach

Nagel unterscheidet klar zwischen denen, die im Kurs sitzen, und denen, die über die Fortbildung entscheiden. Bei Radiosendern und Verlagen fragt er aktiv nach, was gebraucht wird: Oft sind es keine zweiwöchigen Kurse mehr, sondern Wochen- oder Tagesformate, und immer häufiger Module zu KI im Lokaljournalismus. Dazu kommen Inhouse-Schulungen. Ein Medienhaus bat ihn zuletzt um ein Seminar zum Umgang mit Anfeindungen in sozialen Netzwerken, gemeinsam mit dem Erwachsenenbildungswerk der Evangelischen Kirche entwickelt er nun ein Angebot für eine Schulung zur Resilienz von Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

  • Strategische Neuausrichtung durch Vielfalt

    Als Reaktion auf die veränderte Teilnehmerstruktur stellt sich die Akademie breiter auf, da journalistische Kompaktkurse allein sie nicht mehr tragen. Das erweiterte Portfolio umfasst Medienkompetenz-Seminare für Bayreuther Masterstudierende am Standort Kulmbach, ein historisches Videoprojekt mit dem Landgericht Bayreuth und Schulungen für das Bürgerradio Saalfeld. Zudem gehört seit drei Jahren eine vom BAMF zertifizierte Sprachschule zum Bildungsangebot.

  • Zertifizierung durch die Agentur für Arbeit

    Ein wichtiger Schritt ist dabei auch die Zertifizierung durch die Agentur für Arbeit. Sie ist ein Qualitätssiegel und die Voraussetzung dafür, dass Arbeitsuchende gefördert werden können. Einmal im Jahr prüfen die Auditoren einen Tag lang Anwesenheitslisten, Curriculum, Qualifikation der Teilnehmenden, Zertifikate und Zeugnisse und sprechen mit Absolvent:innen und Dozierenden.

Kein Werbebudget, viel Präsenz

Viel Marketingbudget hat die Akademie nicht. Wo die Akademie in Zeitungen oder Verbandsmagazinen auftaucht, geschieht das auf Spendenbasis. Stattdessen fährt Nagel von Redaktion zu Redaktion. Die Argumente: ein historischer Ort im Langheimer Amtshof, einem ehemaligen Kloster, und moderne Technik mit Radio- und Podcaststudio, Podcastbox, Kameras und Schnittplätzen, finanziert mit Unterstützung von Bayerischer Staatskanzlei und BLM. Dazu kommt eine Dienstleistungshaltung. Eine Kollegin fasste sie so zusammen: Man könne alles anbieten, nur keinen Gabelstaplerführerschein.

Auch die Sendefenster gehören dazu: Die Akademie produziert wöchentlich zwei Stunden für Radio Galaxy Oberfranken und eine Stunde für Radio Plassenburg, mit dem BLM-Schwerpunkt Demokratie. Für Nachwuchsjournalist:innen ist das Praxis, für die Akademie ein Schaufenster.

Agil, verlässlich und breit aufgestellt: Das Erfolgsrezept

Die Akademie ist zwar klein, kann dadurch aber schneller auf Wünsche reagieren und damit ins Gespräch mit Redaktionen kommen. Ein weiterer cleverer Schritt ist es, Zielgruppen jenseits der Kernbranche zu erschließen, etwa Hochschulen, Schulen oder Gerichte. Das verteilt das Risiko und macht die Technik besser nutzbar. Wichtig ist außerdem Verlässlichkeit: Auch bei kleinen Gruppen wird kein Kurs abgesagt. Das ist ein wesentlicher Teil der Strategie.

Prax­is­beispiel: Akademie der Bayerischen Presse Relevant bleiben heißt filtern

Rund 200 freie Dozierende pro Jahr, ein enges Netzwerk zu den Ausbilder:innen der Medienhäuser und eine Balance zwischen Grundlagen-Ausbildung und dem Aufgreifen aktueller Themen: Die Akademie der Bayerischen Presse (ABP) reagiert schnell auf neue Entwicklungen, ohne jedem Trend hinterherzulaufen und schafft dadurch Relevanz.

Die rund 200 freien Dozierenden, die bei der ABP Seminare geben, arbeiten sonst für Medienhäuser, Agenturen oder Spezialanbieter und sind dadurch nah am aktuellen Geschehen. Robert Arsenschek, Direktor der Akademie der Bayerischen Presse, nennt das ein Sensorsystem: Die Dozierenden spüren früh, was sich verändert, und tragen es in die Akademie. Dazu kommen vor allem für das Thema KI feste Mitarbeitende der Akademie, die die Entwicklungen nahezu in Echtzeit verfolgen und damit ebenfalls früh wichtige Themen identifizieren können.

Wie schnell das geht, zeigt sich beim Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO), das inzwischen durch KI-gestützte Suche überlagert wird. Heute ist GEO, also Generative Engine Optimization, wichtiger. Die ABP hatte den passenden Kurs bereits im Angebot, als viele Kunden noch nicht diese epochale Veränderung auf dem Schirm hatten. Möglich sind so schnelle Adaptionen, weil ein Kurskonzept rasch entstehen kann: Spezialisierte Dozierende entwickeln es gemeinsam mit den festen Seminarleitern, die wissen, wie ein Kurs aufgebaut sein muss. Doch nicht jedes Thema wird sofort zum Seminar, erst muss sich zeigen, ob sich eine Entwicklung verfestigt. Die Antwort der Akademie ist Filtern und Priorisieren und, wo es nötig ist, eine solide Grundlage.

Wir können nicht alles aufnehmen, was an uns vorbeigespült wird. Man muss sich davor hüten, allen neuen Entwicklungen und Tools hinterherzulaufen. Dann wird man verrückt.

Robert Arsenschek Direktor, Akademie der Bayerischen Presse

Was bleibt: Grundlegende Kompetenzen

Genauso wichtig wie das Neue ist für die ABP das, was beständig bleibt. Besonders gefragt seien derzeit alle Fähigkeiten, die nur Menschen haben: Interviews führen, Quellen verifizieren, auch die Ergebnisse von KI. Journalistische Kernkompetenzen würden mindestens so stark nachgefragt wie früher, beobachtet Robert Arsenschek. Der Grund liegt auf der Hand, denn je mehr KI-Ergebnisse in Arbeitsprozesse eingebunden werden, umso wichtiger ist es, dass die Verantwortlichen auch über fundiertes Handwerkszeug verfügen.

Gute Aus- und Weiterbildung muss deshalb beides stärken: Den Umgang mit den neuen Werkzeugen und das menschliche Handwerk.

Robert Arsenschek Direktor, Akademie der Bayerischen Presse

Kontakt mit der Zielgruppe

Die ABP wurde 1986 gemeinsam vom Bayerischen Journalisten-Verband (BJV), dem Verband Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) und dem Medienverband der freien Presse Bayern (MVFP) als gemeinnütziger Verein gegründet. Sie sind auch heute noch Träger. Darüber hinaus sind der Bayerische Rundfunk und die Bayerische Landeszentrale für neue Medien Mitglieder des Vereins. Diese Struktur ist wichtig für die ABP, denn ihre Grundkurse sind in vielen Medienunternehmen ein wesentlicher Teil der Ausbildung von Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten.

Zu den Ausbilderinnen und Ausbildern der Medienhäuser pflegt die ABP daher seit vielen Jahren einen engen Austausch. Der Kontakt ist direkt und kann so den konkreten Bedarf der Redaktionen aufgreifen.

Zusätzlich zu dieser sehr etablierten Rolle in der Ausbildung erreicht die Akademie weitere Teilnehmende und Kunden über Social Media und Newsletter. Die Strategie setzt auf Inhalte statt auf teure Anzeigen. Der Newsletter bietet unter anderem eine Jobbörse, die einen Überblick über Stellen aus verschiedenen Portalen gibt. Arbeitgeber können ihre Stellen darüber hinaus kostenlos eintragen. Geplant sind weitere Newsletter-Formate mit einem Fokus auf Nutzwert.

Präsenz, Webinar, Inhouse

Ein Mix, der sich verschiebt

Die ABP setzt auf drei Säulen. Bei einigen Themen sind Präsenzseminare unverzichtbar, etwa, wenn Soft Skills vermittelt werden, bei Stimmbildung, Moderation oder beim Interviewtraining. Denn solche Fähigkeiten lassen sich am besten im direkten Miteinander einüben. Theoretisch ließen sich solche Seminare auch online anbieten. In der Pandemie hat die Akademie dies auch getan. Doch das sei keine gleichwertige Alternative, so Arsenschek. Hinzu komme, dass die Teilnehmenden die persönlichen Begegnungen sehr schätzten.
Webinare bietet die ABP unter anderem für sehr digitale Themen wie SEO an oder für kürzere Einheiten, etwa drei Vormittage oder 90 Minuten.

Ich habe erst im Lauf meiner Zeit hier verstanden, wie wichtig den Leuten der Austausch untereinander ist. Das darf man wirklich nicht unterschätzen.

Robert Arsenschek Direktor, Akademie der Bayerischen Presse

Die dritte Säule sind Inhouse-Seminare: maßgeschneiderte Kurse, für die eine Dozentin oder ein Dozent zum Kunden fährt – auf Wunsch sind sie auch digital möglich, werden aber meist in Präsenz nachgefragt, da diese Kurse für viele Unternehmen auch Teambuildingmaßnahmen sind. Sie sind der größte Wachstumssektor der Akademie.

Auch die ABP merkt eine gewisse Zurückhaltung bei den Buchungen. Weiterbildung ist aus Unternehmenssicht oft ein Haushaltsposten, der sich mühelos streichen lässt. Robert Arsenschek hält das für eine kurzfristige Rechnung. In der IT gebe es den Begriff der technischen Schulden: Wer am Anfang bei der Infrastruktur spart, zahlt später ein Vielfaches. Gerade in einer Welt, die sich so schnell wandelt, sei Aus- und Weiterbildung nötig, so der Akademieleiter.

Ich spreche immer von Lernschulden. Wer Mitarbeitenden die nötige Kompetenz vorenthält, erzeugt Folgekosten, die im schlimmsten Fall existenzbedrohend werden können. Wer an der Aus- und Weiterbildung spart, zahlt später einen hohen Preis.

Robert Arsenschek Direktor, Akademie der Bayerischen Presse

Breit aufstellen und verlässlich liefern

Wer sich auf nur eine Zielgruppe oder ein Format verlässt, ist anfällig. Breitere Zielgruppen, flexible Formate wie Inhouse-Angebote und Kooperationen nutzen vorhandene Ressourcen besser. Wichtig sind außerdem Verlässlichkeit bei Durchführung und Qualität, etwa belegt durch unabhängige Siegel. Und wo Weiterbildung als verzichtbarer Posten gilt, hilft das Argument der Lernschulden: Wer heute spart, zahlt morgen mit Folgekosten.

Unsere Autorin

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Franziska Mozart

Autorin, freie Journalistin

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Frau mit schulterlangen, braunen, welligen Haaren, die lächelt und einen schwarzen Pullover mit Muster trägt. Hintergrund ist weiß.

Insa Wiese

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