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Denis Kreiner 2

New Leadership Skills

Führung war lange eine Frage der Position. Wer oben stand, entschied und wer entschied, hatte Recht. Dieses Modell trägt nicht mehr. Führung hat längst mehr mit zwischenmenschlichen Fähigkeiten und Kompetenzen zu tun als mit Hierarchie und Kontrolle. Was Führung heute zukunftsfähig macht, sind Skills, mit denen man auch sich verändernde Rahmenbedingungen einstellen kann und Mitarbeitende unterstützt und zu Wachstum ermutigt. Das zeigen verschiedene Studien. 

Future Leadership Skills sind die Kompetenzen, die Führungskräfte heute brauchen, um Menschen durch eine Welt zu begleiten, die sich schneller verändert als jeder Fünfjahresplan. Der World Economic Forum Future of Jobs Report 2025 benennt dabei drei Felder, die besonders wichtig sind: Leadership & Social Influence, Talentmanagement und der kompetente Umgang mit KI und Big Data. Dazu kommen Empathie, Coaching-Fähigkeit, Veränderungsbereitschaft und die Fähigkeit, auch ohne klare Antworten Orientierung zu geben.

Der entscheidende Unterschied zum klassischen Führungsverständnis ist, dass es nicht mehr darum geht, die klügste Person im Raum zu sein (oder so zu tun). Stattdessen braucht es heute Führungskräfte, die Räume so gestalten, dass alle klüger werden können. Daher geht es um Lernfähigkeit, Beziehungskompetenz und die Bereitschaft, Kontrolle abzugeben, ohne dabei die Richtung zu verlieren.

Future Leadership Skills zu haben bedeutet also nicht, auf alles die richtigen Antworten zu haben. Viel wichtiger ist: die richtigen Fragen zu stellen und andere dabei zu befähigen, sich in komplexen Aufgaben und Umfeldern zurechtzufinden. 

Darum ist das wichtig

Die Lücke zwischen dem, was Führung heute leistet, und dem, was Organisationen brauchen, droht gefährlich groß zu werden, wenn man sich nicht aktiv darum kümmert. Ein Großteil der Berufe wird sich in den kommenden Jahren verändern. In der Befragung des WEF gehen 60% der Arbeitgeber davon aus, dass sich ihr Geschäft grundlegend verändern wird. Das bringt auch neue Anforderungen an Jobs und Kompetenzen mit sich. Dazu kommt ein tiefgreifender Wertewandel, was die Erwartungen an Führungskräfte angeht. Teams wollen keine Kontrolleure mehr, sie wollen Ermöglicher, die ihnen Entwicklung zutrauen, Sinn vermitteln und psychologische Sicherheit bieten.

Zukunftsfähige Leadership Skills sind eng mit Vertrauen, Motivation und freiwilligem Engagement verknüpft. Unternehmen, die das verstehen, sind profitabler, attraktiver für Talente und schaffen Transformationsaufgaben besser. Führung ist keine Frage des Stils, sondern ein handfester Wettbewerbsfaktor. Aus dem Deloitte Leadership Survey geht hervor, dass gut die Hälfte der befragten Führungskräfte ihr Engagement als ausschlaggebend für den Erfolg eines Transformationsprozesses ansieht. Konkret sind es die Fähigkeiten, andere zu inspirieren und zu motivieren (55 %), Zusammenarbeit herzustellen und partnerschaftlich zu agieren (48 %) sowie die Kompetenz, strategische Orientierung zu geben und Sinn zu vermitteln (47 %), die sie als entscheidend ansehen. 

Zur Studie!

Das Vertrauens-Problem: Anforderungen an Führung passen nicht mehr

Die Aufgaben sind groß, doch das Vertrauen in Führungskräfte ist auf einem Tiefstand. Laut einer weltweiten DDI-Studie unter 10.000 Führungskräfte sank das Vertrauen in die eigene Chefetage von 46 auf 29 Prozent. Der Grund: Die Welt hat sich verändert. Früher lernten Führungskräfte vor allem, Aufgaben zu verteilen und zu kontrollieren. Heute müssen sie dagegen aktiv zuhören, coachen und lernen, mit Unsicherheiten umzugehen.

Das Kompetenz-Problem: Wenn Führung keine Schwäche zeigen darf

Ein riesiges strukturelles Hindernis auf dem Weg zu echter Veränderung ist das veraltete Rollenbild von Führung. Viele Leader haben schlicht nie gelernt, in einer sich verändernden Medienwelt auch mal keine Antwort zu haben und aktiv um Hilfe zu bitten. Diese Angst vor Kontrollverlust blockiert den Fortschritt. Wenn Führungskräfte so tun, als wüssten sie alles, schalten die Teams ab und der Mut zur Innovation stirbt.

Das Struktur-Problem: Wenn Weiterbildung vor der Führungstür stoppt!

Dazu kommt ein strukturelles Problem: Weiterbildung wird in vielen Organisationen noch immer als HR-Maßnahme behandelt, als Seminar, das man abhakt. Führungskräfte selbst sind dabei oft Zuschauer, nicht Gestalter. Das Ergebnis ist eine wachsende Kompetenzlücke, die weder durch neue Organigramme noch durch Führungsleitbilder geschlossen wird.

Eine Lösung

Wichtig ist der Rollenwechsel: Führungskräfte werden von Entscheider:innen zu Lernbegleiter:innen. Konkret bedeutet das, dass die Führung Verantwortung für die Lernkultur im Team übernimmt. Sie stellt Fragen, macht eigene Wissenslücken sichtbar, statt sie zu verbergen und schafft Räume, in denen Fehler keine Karriererisiken sind, sondern Erkenntnisquellen.

Auf organisationaler Ebene zeigt der Global Leadership Forecast 2025 einen klaren Hebel: Unternehmen, die mindestens fünf verschiedene Entwicklungsformate kombinieren von Coaching über Peer-Learning bis zu KI-basierten Simulationen, haben eine fast fünfmal höhere Wahrscheinlichkeit, starke Führungsqualitäten zu entwickeln. Nicht das einzelne Format allein wirkt, sondern die Kombination.

Und schließlich braucht es die Bereitschaft, auch von den Geführten zu lernen. Führungskräfte, die jüngere Kolleginnen und Kollegen als Lehrende begreifen und damit die eigene digitale Kompetenz erweitern und dabei neue Arbeitsweisen oder gesellschaftliche Perspektiven aufnehmen, zeigen genau die Haltung, die zukunftsfähige Führung ausmacht. Hierarchie wird dann zur Verantwortung für gemeinsames Wachstum.

MINI Wie MINI Führung neu denkt

In einer Welt, die schneller, komplexer und weniger planbar wird, steht Führung vor einer doppelten Herausforderung: das Tagesgeschäft sichern und gleichzeitig die Zukunft aktiv gestalten. Wie das gelingen kann, zeigt das Beispiel Jennifer Treiber-Ruckenbrod, verantwortlich für Marketing bei MINI, einer Marke der BMW Group.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod beschreibt Führung heute nicht mehr als das Liefern von Lösungen, sondern als das Stellen der richtigen Fragen. Verantwortung wird konsequent dorthin gegeben, wo Expertise und Themennähe vorhanden sind – nicht dorthin, wo Hierarchie es vorschreiben würde. Dieses Verständnis spiegelt sich im BMW-Group-Führungsmodell „Be More BMW" wider, das Entscheidungskompetenzen stärker kontextabhängig und weniger positionsgebunden definiert.

Für Jennifer Treiber-Ruckenbrod sind die entscheidenden Future Leadership Skills: Lernfähigkeit, Anpassungsfähigkeit, konstruktiver Umgang mit Unsicherheit – und vor allem Neugier. „Wer neugierig bleibt, lernt. Wer lernt, bleibt relevant."

Praxisformat: Der AI Day

Ein konkretes Beispiel für gelebtes New Leadership ist der quartalsweise stattfindende AI Day im MINI Marketing. Beim AI Day bringt das Team gezielt Erfahrungen mit KI-Anwendungen zusammen, diskutiert neue Entwicklungen und identifiziert gemeinsam Potenziale für die tägliche Arbeit. Das Format setzt bewusst auf den Erkenntnisaustausch aus den Teams selbst – nicht auf Top-down-Vermittlung.

Die Führungsaufgabe besteht dabei laut Jennifer Treiber-Ruckenbrod darin, gute Ideen sichtbar zu machen, ihnen Raum zu geben und daraus strukturierte Prozesse mit messbarem Business Impact zu entwickeln

Anwendungsfall: KI-produzierte Kampagne als Lernprojekt

Ein weiteres Best-Practice-Beispiel ist die Proactive-Care-Kampagne „Relax. We Care." – vollständig mit KI-Unterstützung entwickelt und produziert. Für das Team war sie kein reines Technologieprojekt, sondern vor allem ein kollektives Lernprojekt: Zeiteinsparungen und neue kreative Spielräume entstanden gleichzeitig. Das Führungsteam sorgte dabei für die nötigen Rahmenbedingungen: IT-Schnittstellen, Budget, externe Expertise und für die Priorisierung der Anwendungsfälle.

Erfolgsmessung: Verhalten statt Kennzahlen

Leadership-Erfolg lässt sich für Jennifer Treiber-Ruckenbrod nicht auf einen KPI reduzieren. Aussagekräftiger als klassische Engagement-Werte sind Verhaltensbeobachtungen: Werden Entscheidungen schneller getroffen? Zeigen Mitarbeitende Initiative? Wächst die Zahl der KI-Anwendungsfälle organisch im Team?

Diese Indikatoren dienen als Belege dafür, dass Lernen und Wandel tatsächlich stattfinden und nicht nur kommuniziert werden.

Zentrale Erkenntnis

Zukunftsfähiges Leadership ist kein Programm, sondern eine Haltung, die im Alltag verankert wird, nicht im Seminarraum. Vertrauen, Klarheit und Eigenverantwortung bilden das Fundament. 

Entscheidend ist für mich, ob Verantwortung schneller übernommen wird, Entscheidungen näher an der Sache getroffen werden und wir neue Themen konsequent in die Umsetzung bringen. Daran messe ich Führung.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod Leiterin Marke & Marketing, MINI

Wer Offenheit, Lernbereitschaft und Veränderungswillen vom Team erwartet, muss das selbst vorleben. Für Jennifer Treiber-Ruckenbrod ist Selbstführung deshalb keine Ergänzung zu guter Führung, sondern ihre Grundlage. Konkret bedeutet das, bewusst Räume für Reflexion schaffen. 

Dazu kommt kontinuierliches Lernen, etwa durch Gespräche, Bücher, Podcasts und den Austausch mit Menschen außerhalb der eigenen Branche: „Oft entstehen die spannendsten Impulse genau dort."

Der vielleicht wichtigste Perspektivwechsel ist, Energie statt nur Zeit zu managen, denn Führung braucht Durchhaltevermögen. Wer andere nachhaltig durch Veränderung führen will, muss zuerst lernen, auf sich selbst zu achten.

Bewegung, Zeit in der Natur, Yoga und Meditation helfen mir dabei, Abstand zum Tagesgeschäft zu gewinnen und neue Perspektiven einzunehmen.

Jennifer Treiber-Ruckenbrod Leiterin Marke & Marketing, MINI

epay Lernen als strate­gis­ch­er Erfolgsfaktor

Die Halbwertszeit von Wissen wird kürzer, Kompetenzanforderungen verändern sich rasant. Für ein internationales Unternehmen wie epay stellt sich damit eine zentrale Führungsfrage: Wie lässt sich Lernfähigkeit als kollektive Organisationskompetenz verankern?

Die Antwort von epay ist programmatisch: Lernen wird nicht als Zusatzaufgabe neben dem Tagesgeschäft verstanden, sondern als fester Bestandteil erfolgreicher Arbeit. Diese Haltung ist allerdings ein Prozess – sie entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sondern das Unternehmen befindet sich mittendrin in dieser Entwicklung. 

Führungskräfte geben Orientierung, fördern Neugier und schaffen Freiräume, in denen Mitarbeitende neue Ideen entwickeln, Erfahrungen teilen und Verantwortung übernehmen können.

Dr. Samareh Frantz Geschäftsführerin, epay

Um Lernen zugänglich zu machen, hat epay den Learning & Development-Bereich strategisch ausgebaut mit dem klaren Anspruch, Hürden so gering wie möglich zu halten. Intuitive Anmeldeprozesse, automatisierte Kalendereinladungen und ein Netzwerk aus Learning Ambassadors im EMEA-Raum sorgen dafür, dass Lernangebote dort ankommen, wo sie wirken. „Unser Anspruch ist es, Lernen nicht komplizierter zu machen, sondern zugänglich und selbstverständlich", so Christine Flach, Head of Learning & Development Europe, epay. 

Die Formate sind bewusst praxisnah gewählt: Peer Learning, Mentoring, internationale Projektarbeit, Learning Nuggets, perspektivisch ergänzt durch KI-gestützte Angebote.

Führung im KI-Zeitalter

Mit dem Einzug von KI in Arbeitsprozesse verschiebt sich auch das Anforderungsprofil von Führungskräften. Aufgaben, die auf Informationsweitergabe oder standardisierten Analysen basieren, lassen sich zunehmend automatisieren. Gefragt sind stattdessen kritisches Denken, Entscheidungsstärke, Lernagilität und die Fähigkeit, Menschen in einer komplexen Welt Orientierung zu geben. „Der eigentliche Mehrwert von Führung bleibt zutiefst menschlich: Vertrauen schaffen, Potenziale entwickeln, Zusammenarbeit fördern", betont Dr. Samareh Frantz.

Angesichts historisch niedriger Vertrauenswerte in Führungskräfte, wie die aktuelle Gallup-Studie zeigt, setzt epay auf Glaubwürdigkeit statt Hierarchie. Wer Verantwortung übernimmt, authentisch kommuniziert und Menschen ernst nimmt, schafft die Grundlage für Vertrauen, so die Überzeugung dahinter. Bei epay gilt Vertrauen nicht als Soft Factor, sondern als zentrale Voraussetzung für Engagement und Veränderungsbereitschaft.

Nachhaltige Lernkultur entsteht nicht durch einzelne Trainingsmaßnahmen. Sie braucht strukturelle Einbettung, Führungskräfte als Vorbilder und das klare Signal, dass Weiterentwicklung zur täglichen Arbeit gehört. 

Zukunftsfähigkeit entsteht nicht allein durch einzelne Trainings, sondern durch die Bereitschaft, kontinuierlich zu lernen und Verantwortung für die eigene Entwicklung zu übernehmen.

Christine Flach Head of Learning & Development Europe, epay

Dentsu Einstellung vor Anweisung

Agenturen gehören zu den Organisationen, in denen der Wandel von Führung besonders früh und besonders deutlich spürbar wird. Projektgetriebene Strukturen, dezentrale Teams, hohe Veränderungsgeschwindigkeit:  das klassische Top-down-Modell stößt hier schneller an seine Grenzen als anderswo. Katja Brandt, CEO der Agentur Dentsu Germany, beschreibt, was Führung unter diesen Bedingungen heute wirklich bedeutet.

Die Vorstellung von Führung als Pyramide – oben die Entscheidung, unten die Ausführung – funktioniert im Agenturalltag nicht mehr. Was bleibt, wenn Präsenz und Hierarchie als Steuerungsinstrumente wegfallen? Für Katja Brandt ist die Antwort klar: Einstellung. Nicht als abstrakter Wert, sondern als konkreter Führungsansatz. Menschen, die auf Anweisungen warten und dann ihre Aufgaben erfüllen, passen nicht mehr zu einem agilen Arbeitsumfeld.

Heute unterliegen Prozesse einem ständigen Wandel, sodass Führung immer schwieriger wird, wenn es nicht zumindest in den wesentlichen Fragen einen gemeinsamen Konsens und eine geteilte Basis gibt.

Einstellung als Führungsgröße

Katja Brandt unterscheidet klar zwischen Kompetenz und Einstellung und priorisiert zunehmend Letztere. Besonders in beratenden und kreativen Bereichen entscheidet die Grundhaltung darüber, ob jemand mit Komplexität und Veränderung umgehen kann oder daran scheitert. 

Du brauchst Leute, die neugierig sind, die bereit sind zu springen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Das kannst du nicht verordnen.

Katja Brandt CEO, Dentsu Germany

Wer diese Einstellung nicht mitbringt und auch nicht entwickeln will, gerät unter Dauerstress und bremst das Team. Führungsaufgabe ist es deshalb, frühzeitig zu erkennen, welche Haltung ein Kontext braucht, und gezielt daran zu arbeiten, diese gemeinsam zu entwickeln.

Zu einer solchen Entwicklung gehört für Katja Brandt zwingend die Bereitschaft, Scheitern zuzulassen. Neugier ohne Fehlertoleranz bleibt ein Lippenbekenntnis und verpufft genau dort, wo sie am meisten gebraucht würde. Zur Neugier gehört aber auch, nachzufragen und zuzuhören. Ganz besonders, wenn Entscheidungen getroffen werden, die man vielleicht nicht unterstützt. Warum wurden sie getroffen? Und welche Verantwortung erwächst daraus für die Beteiligten? Solche Fragen bringen im Zweifel mehr.

Wenn du Experimentierfreudigkeit willst, musst du auch Fehler zulassen. Sonst gibt es das Experimentieren gar nicht.

Katja Brandt CEO, Dentsu Germany

Kulturelle Voraussetzung

Konsens statt Kontrolle

Einstellungsarbeit funktioniert nur auf dem Fundament einer passenden Unternehmenskultur. „Wenn du eine „Law and Order“-Kultur hast, kannst du über Einstellungen wenig ausrichten. Du brauchst eine Kultur, die Neugier und Experimentierfreudigkeit zulässt", so Katja.

Das bedeutet nicht, dass alle gleich sein müssen. Unterschiedliche Rollen brauchen unterschiedliche Einstellungsprofile. Aber die Grundrichtung muss stimmen und die Führungskultur muss den Rahmen dafür schaffen.

New Leadership in der Agenturwelt ist weniger eine Frage von Formaten oder Tools, sondern reine Haltung. Und zwar der eigenen und der des Teams. Wer Einstellung als Führungsgröße ernst nimmt, verschiebt den Fokus von Kontrolle zu Kultur. Und genau das unterscheidet zukunftsfähige Agenturen von anderen.

  • WE DREAM LOUD - Wir denken groß und laut, sind mutig und wagen was
  • WE INSPIRE CHANGE - Wir sehen Veränderung positiv
  • WE TEAM WITHOUT LIMITS - Wir gestalten das Neue, indem wir Vielfalt verbinden. Das „wir" ist unsere große Stärke
  • WE ALL LEAD - Führung ist das, was wir alle gemeinsam tun (nicht nur Führungskräfte)
  • WE MAKE IT REAL - Was wir groß denken, machen wir und setzen wir um.
  • WE CLIMB HIGH - Wir sind hier, um Lösungen zu finden. Wir freuen uns über Herausforderungen.
  • WE CHOOSE EXCITEMENT - Wir suchen spannende Wege und lieben das, was wir tun!
  • WE ARE A FORCE FOR GOOD - Wir arbeiten ehrlich, integer und verantwortungsvoll.
Unternehmenskultur Dentsu
Unternehmenskultur Dentsu
  • „Das ist doch alles nur Soft-Skill-Gedöns – uns interessieren Ergebnisse."

    Der Einwand klingt pragmatisch, ist aber empirisch nicht haltbar. Der Deloitte Leadership Survey zeigt, dass gut die Hälfte der befragten Führungskräfte ihr Engagement als ausschlaggebend für den Erfolg von Transformationsprozessen betrachtet. Wer andere inspirieren, Zusammenarbeit herstellen und strategische Orientierung geben kann, liefert messbar bessere Ergebnisse. Das passiert nicht trotz dieser Fähigkeiten, sondern aufgrund dieser Fähigkeiten. Führung ist ein handfester Wettbewerbsfaktor.

  • „Unsere Führungskräfte haben keine Zeit für sowas."

    Wer Lernen als Zusatzaufgabe versteht, wird es nie im Arbeitsalltag integrieren. Doch es geht nicht um mehr Zeit, um eine Lernkultur und ein zukunftsfähiges Mindset zu bauen, sondern um andere Strukturen: zugängliche Formate, kurze Learning Nuggets, automatisierte Prozesse, die Reibung minimieren.

    Lernen im Arbeitsalltag eingebettet, ist keine Zusatzaufgabe. Das gelingt durch niedrige Zugangshürden, automatisierte Prozesse und ein Netzwerk aus Learning Ambassadors, das Angebote direkt in die Teams trägt.

  • „Wir haben doch Führungsleitbilder und Seminare."

    Genau das reicht nicht: Weiterbildung als abzuhakende HR-Maßnahme schließt keine Kompetenzlücken. Laut Global Leadership Forecast haben Unternehmen, die verschiedene Entwicklungsformate kombinieren, eine fast fünfmal höhere Wahrscheinlichkeit, starke Führungsqualitäten zu entwickeln. Nicht das Einzel-Seminar wirkt, sondern die konsequente Kombination aus Coaching, Peer-Learning, Mentoring und KI-gestützten Formaten.

  • „Wenn ich Kontrolle abgebe, verliere ich den Überblick."

    New Leadership bedeutet nicht, keine Richtung mehr vorzugeben, sondern Richtung anders vorzugeben. Führung geschieht hier durch Fragen statt durch Anweisungen, durch Vertrauen statt durch Kontrolle. Führungskräfte, die das beherrschen, können tatsächlich einen Überblick gewinnen, weil sie sich nicht in Details verlieren, sondern weil ihre Teams eigenverantwortlicher und transparenter arbeiten. 

Tipp gegen das Gefühl des Kontrollverlusts

Ein möglicher Weg: Entscheidungskompetenz wird kontextabhängig vergeben, nicht beliebig verteilt. Kontrolle wird dabei nicht aufgegeben, sondern verschoben – von der Detailsteuerung zur Steuerung über Orientierung und Rahmenbedingungen. Wer wissen will, ob das funktioniert, schaut nicht auf Hierarchieebenen, sondern auf Verhalten: Werden Entscheidungen schneller und näher an der Sache getroffen? Das ist messbar, ohne dass jede Entscheidung zurück auf den Schreibtisch der Führungskraft muss.

  • Mehrere Lernformate kombinieren, nicht eines perfektionieren

    Die Daten aus dem Global Leadership Forecast 2025 sind hier eindeutig: Unternehmen, die mindestens fünf verschiedene Entwicklungsformate kombinieren, etwa Coaching, Peer-Learning, Mentoring und KI-basierte Simulationen, haben eine fast fünfmal höhere Wahrscheinlichkeit, starke Führungsqualitäten zu entwickeln. Der erste konkrete Schritt ist also, weniger ein neues Format zu suchen, sondern bestehende Formate zu vernetzen.

  • Regelmäßige Formate etablieren

    Der AI Day bei MINI lässt sich unmittelbar adaptieren: ein wiederkehrender, niedrigschwelliger Termin, an dem Teams eigene Erfahrungen mit KI-Tools teilen, statt auf zentral vermittelte Schulungen zu warten. Entscheidend ist die Bottom-up-Logik – das Format lebt vom Erfahrungsaustausch, nicht von Top-down-Vermittlung.

  • Entscheidungsbefugnisse an Expertise statt an Position koppeln

    Ein konkreter, sofort umsetzbarer Schritt ist die Überprüfung bestehender Freigabeprozesse: Liegt die Entscheidungsbefugnis dort, wo das Thema am besten verstanden wird, oder folgt sie nur dem Organigramm? Schon kleine Anpassungen einzelner Prozesse schaffen erste Erfahrungswerte für ein kontextbasiertes Modell.

  • Neue Erfolgsindikatoren definieren

    Statt auf den nächsten Engagement-Survey zu warten, können Teams schon jetzt beginnen, Verhaltensindikatoren zu beobachten und zu dokumentieren: Entscheidungsgeschwindigkeit, Eigeninitiative, Anzahl eigenständig entwickelter Anwendungsfälle. Diese Beobachtung lässt sich ohne große Tool-Einführung im bestehenden Führungsalltag verankern.

  • Selbstführung in den Führungsalltag integrieren

    Reflexionszeit, bewusstes Energiemanagement statt reinem Zeitmanagement und Austausch außerhalb der eigenen Branche lassen sich als feste, kalendarisch verankerte Routinen einführen – nicht als Kür, sondern als Voraussetzung dafür, dass Führungskräfte die genannten Veränderungen überhaupt tragen können.

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Franziska Mozart

Autorin, freie Journalistin

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Insa Wiese

Senior Partner- und Projektmanagerin

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