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Media For You Workshops 2025 2

Wie vermittelt man relevante Future Skills im Medienalltag?

Die Medienwelt steht durch Künstliche Intelligenz und permanenten Wandel vor einer Revolution. Klassisches Fachwissen allein reicht längst nicht mehr aus, um Schritt zu halten. Gefragt sind Kompetenzen, die uns befähigen, in einer komplexen, digitalisierten Welt selbstständig zu denken, zu gestalten und gesund zu bleiben. Werfen wir im Blogartikel einen Blick auf die wichtigsten Stellschrauben.

Was sind Future Skills?

Soft Skills und Future Skills bezeichnen wichtige Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen. Future Skills sollen Menschen befähigen, in einer komplexen, digitalisierten Welt selbstständig zu denken, zu gestalten und zu handeln. Sie gehen über klassisches Fachwissen hinaus: Es geht darum, wie jemand lernt, wie er oder sie mit Mental Health umgeht und wie man mit anderen und mit Technologie zusammenarbeitet.

Internationale Rahmenwerke wie der OECD Lernkompass 2030 unterscheiden dabei grob drei Bereiche: subjektbezogene Skills (z. B. Kreativität, Gesundheit), objektbezogene Skills (z. B. digitale Kompetenz, Lernen lernen) und weltbezogene Skills (z. B. Teamwork, Leadership). Im Medienunternehmen treffen alle drei täglich aufeinander.

1. Kompetenz im Umgang mit künstlicher Intelligenz

KI-Skills sind Kompetenzen, die von Arbeitgebern international zunehmend als besonders wichtig angesehen werden. Dies umfasst die Kenntnis bestimmter Tools, deren Nutzung und später auch die Automatisierung. Um sich der Risiken und Probleme der KI bewusst zu werden, sind kritische Analysen der Ergebnisse zentral.

Praxistipp

Probiert gemeinsam in einer kurzen Redaktionsrunde einen KI-generierten Text aus. Diskutiert dann: Was ist gut gelungen? Was fehlt? Wo gibt es Fehler in Rechtschreibung, Satzzeichen und Sprachfluss? Was würde ein Mensch anders machen? Fünfzehn Minuten reichen – und das Gespräch bleibt haften.

2. Kreativität als Future Skill

Wissenschaftler betrachten Kreativität als subjektive Kompetenz. Es ist aber nicht nur ein Teil der Persönlichkeit, sondern auch eine Fähigkeit, die man trainieren kann. Dies ist zentral, wenn Deadlines eng und Ressourcen knapp sind. Im Medienalltag ist das oft so.

Praxistipp

Führe kurze „Ideation Sprints“ ein: fünf Minuten, ein konkretes Problem, jeder schreibt drei Ideen auf – ohne Bewertung. 

Auszubildende lernen dabei, Ideen schnell zu formulieren und Hemmungen abzubauen. Und manchmal entsteht dabei die beste Schlagzeile der Woche.

Reflexionsübung

Setzt Euch in einer kleinen Runde zusammen. Jeder notiert kurze Antworten auf folgende Fragen.

Frage 1: Bist du ein kreativer Mensch ? 

Frage 2: Was stimuliert deine Kreativität? 

Frage 3: Was blockiert deine Kreativität? 

Frage 4: Mit welchen Menschen fällt es dir leicht kreativ zu sein? 

Frage 5: Bist du lieber im textlichen, mathematischen, akustischen, zwischenmenschlichen, visuellen oder praktischen Bereich kreativ?

3. Mental Health Kompetenzen

Medienarbeit bedeutet oft: mehrere Baustellen gleichzeitig, wechselnde Prioritäten, hoher Erwartungsdruck. Einige Soft Skills wie Aufmerksamkeit, Stressresilienz, emotionale Ausgeglichenheit und soziale Kompetenz sind Elemente von Gesundheitskompetenz. Diese können helfen in der stressigen und sich ständig wandelnden Welt handlungsfähig zu bleiben, ohne zu blockieren oder auszubrennen.

Praxistipp

Einige ruhige Atemzüge vor dem Morgenmeeting: klingt banal, wirkt aber nachweislich. Wenn immer der Stress zu groß wird, einfach ein paar Yoga oder Gymnastik Übungen machen, statt einer schnellen Zigarette. Das fördert den Körperbezug und stabilisiert die Emotionen. 

Am Ende der Woche eine kurze Reflexionsrunde. Was hat gut funktioniert? Was hat mich gestresst und warum? Diese Routine stärkt Selbstwahrnehmung und schafft psychologische Sicherheit im Team.

Reflexionsübung

Jeder notiert kurze Antworten auf folgende Fragen. 

Frage 1: Wann bin ich emotional ausgeglichen? 

Frage 2: Was und wer bringen mich emotional auf die Palme? 

Frage 3: Mache ich regelmäßig ein paar Körperübungen über den Tag verteilt? 

Frage 4: Hab ich ein paar Minuten Entspannung und Atemübungen in den Tag integriert? 

Frage 5: Bin ich sozial integriert, mit wem komme ich gut zurecht, wer macht mir Probleme? 

Frage 6: Kann mein Körper gut mit Stress umgehen oder bin ich stresssensibel. 

Fazit: Kleine Impulse, große Wirkung

Future Skills brauchen keine eigenen Seminare oder Budgets. Sie entstehen oft im Kleinen: in der Frage, die du in der Redaktionsrunde stellst, im Experiment, das du erlaubst, im Raum, den du für Reflexion schaffst.

Ein Artikel von

Dr. Bernhard Krapp

Part Time University Lecturer

Dr. Bernhard Krapp unterrichtet seit über 15 Jahren Medienkompetenzen, Soft Skills und Future Skills an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg in Teilzeit. In seiner Doktorarbeit hat er hybride Genre-Formen in der unterhaltsamen Wissenschaftspublizistik analysiert und in unterschiedlichen Kulturen verglichen. Er ist selbständig im Bereich Coaching, Medienproduktion, Bildung und Health Skills.