Der Druck auf Medienhäuser wächst: KI, Data-Journalism und neue Storytelling-Formate sind teuer aber unverzichtbar für die Ausbildung. Die Lösung liegt oft näher, als man denkt, wird aber oft als Bürokratie-Monster ignoriert: Medienförderung.
Im neuen Artikel zeigen wir dir, warum Förderung heute kein Almosen ist, sondern dein stärkstes Tool für Innovation und Recruiting.
In der Medienwelt stehen wir gerade vor einem riesigen Paradoxon: Der Kostendruck steigt, aber gleichzeitig explodieren die Anforderungen an die Ausbildung. KI-Workflows, plattformübergreifendes Storytelling und Data-Journalism brauchen nicht nur helle Köpfe, sondern auch eine teure Infrastruktur und Zeit.
Wenn du in der Lehre, im Recruiting oder in der Ausbildung arbeitest, kennst du die brennende Frage: Wie finanzierst du die Exzellenz von morgen mit den Budgets von gestern?
Die Antwort liegt oft in einem Bereich, den viele noch als „bürokratisches Monster“ abstempeln: der Medienförderung. Doch moderne Förderung ist längst kein Almosen mehr – sie ist ein strategisches Tool für Innovation und Talentsicherung.
1. Der Förder-Dschungel wird digital: Dein Startpunkt
Früher war die Suche nach Geldern mühsame Kleinarbeit. Heute gibt es Plattformen, die dir den Rücken freihalten. Ein absolutes Muss in deinen Lesezeichen ist medien-foerderung.de. Hier findest du einen zentralen Überblick über Programme, die genau auf unsere Branche zugeschnitten sind – von der Innovationsförderung bis hin zu Projekten für den Lokaljournalismus.
Anstatt mühsam PDFs zu wälzen, kannst du hier gezielt nach deinem Bedarf filtern. Das spart dir die Zeit, die du eigentlich für deine Talente brauchst. Ergänzend dazu ist die Förderdatenbank des Bundes ein mächtiges Werkzeug, um auch branchenübergreifende Töpfe (z.B. für digitale Bildung) zu finden.
2. Wo sich das Suchen lohnt: Drei Kernbereiche
Wer in der Ausbildung tätig ist, sollte die Suche nach Mitteln nicht allein der Geschäftsführung überlassen. Diese drei Bereiche sind für deine Arbeit besonders relevant:
- Struktur- und Innovationsförderung: Regional zuständige Medienanstalten (wie die mabb oder die Landesanstalt für Medien NRW) fördern gezielt Projekte, die Medienkompetenz stärken oder journalistische Innovationen vorantreiben. Planst du ein neues Ausbildungslabor oder ein innovatives Volontärsprojekt? Hier ist deine erste Anlaufstelle.
- Fachkräfte- und Weiterbildungs-Checks: Viele Bundesländer bezuschussen die Qualifizierung von Mitarbeitenden. Ein massives Argument für dein Recruiting: „Wir stellen dich nicht nur ein, wir finanzieren dir auch die Spezialisierung zum Data-Analysten.“
- Stiftungen und Gemeinnützigkeit: Häuser wie die Schöpflin Stiftung oder die Rudolf Augstein Stiftung stärken gesellschaftlich relevanten Journalismus. Das bietet Spielraum für Ausbildungsprojekte, die im harten Redaktionsalltag oft zu kurz kommen.
3. Win-Win durch Partnerschaften: Traineeships neu denken
Ein moderner Hebel, den viele Recruiter:innen noch unterschätzen, sind geförderte Traineeships. Warum die gesamte Ausbildungslast alleine tragen, wenn du dir Expertise und Finanzierung ins Haus holen kannst? Zwei Best Practices:
- Media Innovation Traineeship (MIT) des Media Lab Bayern: Hier erhältst du finanzielle Unterstützung, während deine Talente in Methoden wie Design Thinking fit gemacht werden. Du holst dir Innovation direkt in die Redaktion.
- Traineeship der Medienanstalt NRW: Ein Paradebeispiel für die Förderung im Lokalen. Es hilft Häusern, qualifizierte Leute auszubilden, die Informationsvielfalt sichern.
4. Dein 3-Schritte-Plan aus der „Förder-Starre“
Damit du direkt ins Handeln kommst, hier dein Fahrplan:
- Den „Förder-Fit“ prüfen: Suche nicht erst nach Geld, wenn das Projekt fertig ist. Schaue, welche Themen (KI, Diversität, Lokaljournalismus) aktuell gefördert werden, und gestalte deine Ausbildungsvorhaben direkt entlang dieser Schwerpunkte.
- Netzwerke nutzen & Partner werden: Du musst das Rad nicht neu erfinden. Suche den Austausch mit Institutionen wie dem Media Lab. Oft entstehen die besten Projekte im direkten Dialog, noch vor der offiziellen Ausschreibung.
Employer Branding boosten: Nutze Förderung als Argument im Recruiting. Wenn du zeigst, dass dein Haus durch Stipendien und innovative Netzwerke vernetzt ist, signalisierst du Zukunftsgewandtheit.
Fazit: Werde zum Möglichmacher
Der Unterschied zwischen „Wir würden ja gerne, aber...“ und echtem Fortschritt ist oft nur ein Förderantrag. Als Lehrende:r oder Recruiter:in hast du heute mehr Werkzeuge denn je in der Hand, um Ausbildung neu zu denken, ohne die internen Kosten zu sprengen. Werde zum Profi für externe Ressourcen. Es ist Zeit, die Komfortzone der klassischen Budgetplanung zu verlassen und die Chancen zu nutzen, die direkt vor uns liegen. Deine Talente warten darauf – geh den ersten Schritt.
Ein Artikel von
Jason Shen
Jason Shen leitet das Förderprogramm „Strategie Sparring“ beim Media Lab Bayern. Sein Fokus liegt darauf, Medienhäuser dabei zu unterstützen, trotz des hohen operativen Alltagsdrucks strategisch handlungsfähig zu bleiben. Er zeigt auf, wie agile Strategiearbeit auch ohne tiefes Vorwissen erfolgreich umgesetzt werden kann. Darüber hinaus verantwortet er die Plattform medien-förderung.de, die umfassende Fördermöglichkeiten für die Medienbranche im DACH-Raum bündelt.
5 Ideen, wie du Agiles Arbeiten in deine Ausbildung integrieren kannst
Agiles Arbeiten wirkt oft wie ein Buzzword. Scrum, Sprint, Retro, New Work - was bedeutet das alles und was habe ich als Ausbilder davon? Lies es hier im Blog!
Mit Humor mehr Motivation für deinen Ausbildungsalltag
Pandemie, Krieg, Energiekrise, Klimakatastrophe. Im Ausbildungsalltag hilft Humor, um die psychischen Auswirkungen dieser Krisen auf deine Azubis abzufedern.
Zoom-Seminar ohne Frust
Blick in schwarze Kacheln? Das Unterrichten per Videokonferenz ist für viele Seminarleiter:innen eine Herausforderung. In diesem Beitrag erhalten Sie praktische Tipps für die häufigsten Herausforderungen.
Was hat Recruiting mit Dating zu tun?
Wir gehen im Recruiting immer noch einen Weg, den wir im Dating so nie gehen würden. Sollen wir denn alle Bewerber:innen kennenlernen?– Der Blog sagt: JA!