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Gassigehen war gestern: Wie wir Bayerns Medien-Nachwuchs heute begeistern

Hund ausführen und Launen ertragen statt echter Lerninhalte? Leider noch immer kein Einzelfall. Sophia Kastner (19) hat beide Seiten des Azubi-Daseins erlebt – vom Frustbetrieb bis hin zu erfüllenden Praxiseinsätzen bei Start Into Media. In diesem Blogbeitrag teilt sie drei zentrale Impulse für einen zeitgemäßen Ausbildungsstart. Lies hier, wie du mit gelebter Wertschätzung, echter Fehlerkultur und klaren Routinen dafür sorgst, dass junge Talente nicht nur ankommen, sondern langfristig bleiben.

Hallo allerseits,

mein Name ist Sophia Kastner, ich bin 19 Jahre alt und wohne am Chiemsee im schönen Chiemgau.

Aktuell besuche ich die „YouTou – School of Young Tourism“, an der ich parallel mein Fachabitur und die schulische Ausbildung zur Assistentin für Hotel- und Tourismusmanagement absolviere. Durch meine Schule konnte ich bereits mehrere Praktika in der Tourismusbranche durchlaufen. Momentan bin ich als Praktikantin im Eventmanagement bei Start Into Media tätig und unterstütze tatkräftig bei den Vorbereitungen für Media For You.

Durch diese Einblicke durfte ich schon viele unterschiedliche Betriebe und Unternehmenskulturen kennenlernen. Doch das ist nicht alles: Vor meinem Weg an die YouTou hatte ich nach dem Realschulabschluss zunächst eine andere betriebliche Ausbildung begonnen – eine Erfahrung, die ich mir rückblickend lieber erspart hätte. Der Betrieb war überhaupt nicht auf Auszubildende vorbereitet: Mein Arbeitsalltag hing stark von den Launen der Chefin ab und bestand abseits von Putzen und Gassigehen mit dem Hund aus kaum nennenswerten Lerninhalten.

Mit meinen 19 Jahren kenne ich also bereits die Sonnenseiten, aber auch die Schattenseiten des Azubi-Alltags. Genau deshalb möchte ich drei zentrale Impulse und Wünsche mit euch teilen, wie Betriebe ihren Nachwuchskräften einen gelungeneren Start ermöglichen können. Denn von Auszubildenden, die sich wohlfühlen und motiviert zur Arbeit kommen, profitiert letztlich das gesamte Team!

Foto: Stefan Ton
  • 1. Gebt Raum zum Ankommen

    Vergesst bitte nicht: Vor euch steht ein junger Mensch, für den ein völlig neuer Lebensabschnitt beginnt. Die Nervosität startet meist nicht erst fünf Minuten vor Dienstbeginn. Schafft von Tag eins an eine offene, entspannte Atmosphäre und gebt den Azubis Zeit, menschlich anzukommen, bevor es direkt fachlich in die Tiefe geht.

  • 2. Fehlerfreundlichkeit und offene Kommunikation

    Niemand beginnt eine Ausbildung, weil er schon alles perfekt beherrscht – man ist dort, um zu lernen. Macht den Lernenden (und euch selbst) bewusst, dass Fehler zum Prozess gehören. Ermutigt sie ausdrücklich dazu, Fragen zu stellen – gerne auch mehrmals. Genau das beugt Missverständnissen vor und schafft den nachhaltigsten Lerneffekt.

  • 3. Wertschätzung statt Klischees

    „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ ist einer der unpassendsten Sätze, die man im Jahr 2026 noch hören sollte. Natürlich gehören auch ungeliebte Routineaufgaben dazu, die man später vielleicht seltener erledigen muss. Dennoch dürfen Auszubildende niemals als billige Arbeitskräfte verstanden werden, auf die man lästige To-dos abwälzt. Azubis sind die Fachkräfte von morgen – begegnet ihnen auf Augenhöhe.

Von Auszubildenden, die sich wohlfühlen und motiviert zur Arbeit kommen, profitiert letztlich das gesamte Team!

Sophia Kastner Auszubildende Assistentin für Hotel- und Tourismusmanagement auf der YouTou - „School Of Young Tourism“

Hands-on-Empfehlungen

So kannst du direkt loslegen

Du möchtest deine Ausbildungspraxis sofort messbar verbessern? Starte mit diesen vier leicht umsetzbaren Schritten:

  • Buddy-System etablieren

    Stelle jedem Neuzugang einen festen „Buddy“ an die Seite – am besten eine Nachwuchskraft aus dem zweiten oder dritten Ausbildungsjahr. So gibt es für vermeintlich „dumme Fragen“ eine niederschwellige Anlaufstelle auf Augenhöhe.

  • Einen 14-Tage-Onboarding-Fahrplan aufsetzen

    Überlasse die ersten Tage nicht dem Zufall. Erstelle einen einfachen Plan mit festen Begrüßungsrunden, Tool-Einführungen und kleinen, machbaren Einstiegsaufgaben, damit sich Einsteiger:innen von Beginn an orientiert fühlen.

  • Wöchentliche 15-Minuten-Check-ins einrichten

    Blocke einen wöchentlichen, unantastbaren Mini-Termin im Kalender mit nur drei Fragen: Was lief gut? Wo hakt es gerade? Welche Fragen sind noch offen?

  • Die „Warum“-Regel einführen

    Erkläre bei jeder delegierten Aufgabe kurz den Kontext: Warum ist dieser Schritt für das Projekt, die Sendung oder die Kampagne wichtig? Das verwandelt stupides Abarbeiten sofort in echtes Verständnis für das große Ganze.

Ein Artikel von

Sophia Kastner

Auszubildende Assistentin für Hotel- und Tourismusmanagement

Schulabschluss:
- Mittlere Reife 2023
- Fachabitur voraussichtlich September 2027

Berufsbezeichnung: Auszubildende Assistentin für Hotel- und Tourismusmanagement
auf der YouTou - „School Of Young Tourism“

Praktika:
- Juli- August 2025: Novotel München City
- Januar- Februar 2026: The Cliff Bay Hotel Madeira
- September-Oktober 2026: Start Into Media (Medien.Bayern GmbH)