Fördersumme
10.000€
Projektbeschreibung
Die Rahmenbedingungen im Sportjournalismus verändern sich rasant. Zwischen wachsender PR-isierung, direkter Kommunikation über Social Media und der zunehmenden Verschmelzung von Journalismus und Marketing entstehen neue Herausforderungen – aber auch Chancen. Themen wie Mensch-Maschine-Zusammenarbeit (z. B. KI-gestützte Recherchen), Nachhaltigkeit oder Inklusion gewinnen an Bedeutung. Gleichzeitig eröffnen sich durch die Begeisterung und Diversität sportaffiner Zielgruppen neue Perspektiven in Zeiten der News Avoidance. Das Seminar begleitet praxisnah angehende Sportjournalist:innen und vermittelt ihnen zukunftsrelevante Skills, wie Szenarienentwicklung, Nischenstrategie und AI-Literacy. Realisiert wird das Angebot in einer innovativen Kooperation zwischen Hochschule und Zukunftsforschung. Langfristig könnte das Angebot auf weitere Journalismus-Disziplinen ausgeweitet und als eigenständige Vertiefungsrichtung zu Future Skills etabliert werden. Auch eine Summer School oder externe Kurse sind denkbar.
Das Projekt wurde unter anderem gefördert, weil es den tiefgreifenden Wandel im Sportjournalismus aufgreift und mit einem wiederholbaren, auf andere Formate übertragbaren Weiterbildungsangebot zukunftsrelevante Querschnittskompetenzen vermittelt.
Zielgruppe
Abiturientinnen und Abiturienten, die im Sportjournalismus arbeiten wollen; Studierende Sportjournalismus/ Journalismus; vom. ausgebildet werden: Künftige Journalist:innen, Ausbilder:innen, Führungskräfte in Medienhäusern.
Zentrale Ergebnisse & Visionen für 2045
Ein Highlight des Seminars war die hohe inhaltliche Qualität der entwickelten Zukunftsszenarien. Die Studierenden entwarfen 20 spekulative Jobprofile in Form von Stellenanzeigen für das Jahr 2045. Ziel war dabei nicht die exakte Vorhersage, sondern das Erkennen von Rollenverschiebungen und neuen Handlungsfeldern.
Die entwickelten Profile lassen sich in vier zukunftsweisende Themenschwerpunkte unterteilen:
- Immersive Medienformate: Es entstanden Berufsbilder wie XR-Dramaturg:in oder HoloSports Storyteller:in. Journalismus wurde hierbei als die Gestaltung von Erfahrungsräumen und medialen Erlebnissen verstanden.
- Schnittstelle von Mensch und Technologie: Rollen wie Neurojournalist:in oder Biofeedback Editor fokussieren sich auf die Arbeit mit neuronalen und emotionalen Daten. Dabei zeigte sich eine stark reflektierte Auseinandersetzung mit den daraus resultierenden ethischen Fragestellungen.
- Mensch-KI-Kollaboration: Profile wie der Human-AI Experience Director zeigen, dass Künstliche Intelligenz nicht als Ersatz, sondern als integraler, verantwortungsvoll zu gestaltender Bestandteil der Redaktionsarbeit gesehen wird.
- Systemische Verantwortung: Berufe wie Lehrkräfte für Medienkompetenz & Faktenchecking oder Klima-Steuerungsingenieur:in belegen ein hohes Bewusstsein für die Relevanz der Medien für Demokratie, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Stabilität.
Learnings & Reflexion
Die Arbeit mit einem langfristigen Zeithorizont von über 20 Jahren stellte für viele Studierende anfangs eine Herausforderung dar, da oft die Annahme herrschte, Zukunft lasse sich kaum beeinflussen. Durch eine ausgewogene Balance zwischen klar strukturierenden Methoden und kreativen Freiräumen konnte diese Herausforderung jedoch produktiv für den Lernprozess genutzt werden.
Als zentrale Erkenntnis nahmen viele Studierende mit, dass Zukunft kein feststehendes Schicksal ist, sondern ein gestaltbarer Möglichkeitsraum. Analytisches Denken konnte durch kreative Methoden erfolgreich mit offener Exploration verbunden werden. Die Projektverantwortlichen lobten insbesondere die hohe Motivation, die Eigeninitiative und die intensive Auseinandersetzung der Studierenden mit ethischen Dimensionen.
Fazit & Ausblick
Die Zusammenarbeit mit der Hochschule verlief äußerst bereichernd und konstruktiv. Das Modulkonzept hat sich sowohl didaktisch als auch inhaltlich absolut bewährt. Die Projektverantwortlichen zeigen sich mit der Durchführung und den Ergebnissen sehr zufrieden.
Aufgrund dieses Erfolgs ist voraussichtlich für 2026 eine erneute Durchführung des Seminars in Kooperation mit der Hochschule für angewandtes Management geplant. Perspektivisch soll das Modul weiterentwickelt und auch für andere Bildungskontexte geöffnet werden. Das Projekt dient somit als starke Grundlage für zukünftige Lehrformate im Bereich der transformativen Medienkompetenz.