Fördersumme
5.000 €
Projektbeschreibung
»Cultural Heads« ist ein KI-gestützter InterviewCoachBot, der im Rahmen eines eintägigen Workshops zum Einsatz kommt. Ziel ist die Vermittlung von Interviewkompetenz als zentrale Fähigkeit im Journalismus. In simulierten Interviews mit vier fiktiven, aber branchennahen Personas aus dem Kulturbereich werden Gesprächsführung, Reaktionsfähigkeit und Fragequalität trainiert. Die Interviews werden im Anschluss gemeinsam ausgewertet. Im zweiten Teil des Workshops erlernen die Teilnehmenden grundlegende Techniken zur Erstellung eigener KI-gestützter Personas für individuelles Interviewtraining.
Das Projekt wurde unter anderem gefördert, weil es einen innovativen, skalierbaren Ansatz für journalistisches Interviewtraining bietet und das erarbeitete Wissen perspektivisch als Open-Source-Lösung nachhaltig zugänglich gemacht werden soll.
Zielgruppe
Zielgruppe: Studierende der Studiengänge »Fashion Journalism [&] Communication« (AMD Akademie Mode [&] Design) und »Kulturjournalismus« (Hochschule für Musik und Theater).
Abschlussbericht: Projekt „CULTURE HEADS – Interviewtraining mit KI“
Interviews zu führen, gehört zu den absoluten Kernkompetenzen im Journalismus. Das Projekt „CULTURE HEADS“ bietet hierfür einen innovativen und geschützten Trainingsraum. Umgesetzt wurde das webbasierte Tool von der Praetorius GmbH im Auftrag der AMD Akademie Mode & Design und der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM).
Durchführung & Erfolge
Im November 2025 wurden unter der Leitung von Michael Praetorius erfolgreiche Seminar-Workshops an der AMD und der HMTM durchgeführt. Daran nahmen jeweils acht Studierende der Studiengänge Modejournalismus und Kulturjournalismus teil. Ein besonderer Meilenstein war zudem die Einreichung des Projekts für den DOK.digital Award im Rahmen des DOK.fest München.
Ein zentraler Erfolg der Workshops war der methodische Ansatz: Die Studierenden sollten nicht nur einen fertigen Prototyp testen, sondern selbst befähigt werden, solche digitalen Tools zu konzipieren. Sie wurden aktiv in den Entstehungsprozess eingebunden, von der Vermittlung von Sprach-KI-Basics über das Erstellen von Briefing-Dokumenten (Prompt-Library) bis hin zur Erarbeitung von Output-Formaten. Dabei wurden intensiv journalistische Qualitätsfragen sowie die technischen, gesetzlichen und ethischen Grenzen der KI-Nutzung diskutiert. Die angehenden Medienschaffenden erwarben somit essenzielle Zukunftskompetenzen im Umgang mit KI.
Learnings & Herausforderungen
Die Projektverantwortlichen zeigen sich mit der Umsetzung und dem enormen Kompetenzzuwachs der Studierenden sehr zufrieden. Das entstandene Tool ermöglicht ein hochgradig differenziertes Training von Interview-Skills.
Eine Herausforderung stellte jedoch die zeitliche Verdichtung dar. Aufgrund der dichten Curricula der Studiengänge wurde der Workshop kompakt an zwei aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt. Dies ermöglichte zwar eine konzentrierte Wissensvermittlung, ließ jedoch wenig Raum, um das Erlernte „setzen“ zu lassen oder ausgiebig in die Praxis zu überführen. Eine integrierte, längere Testing-Phase zwischen den Terminen hätte es ermöglicht, den Prototyp noch iterativer zu evaluieren und zu optimieren.
Ausblick & Zukunftspläne
Um den identifizierten Herausforderungen zu begegnen, ist für das Wintersemester 2026/27 eine Weiterführung des Projekts geplant. Der Nachfolge-Jahrgang soll dann als Testgruppe fungieren, um die Anwendung intensiv zu evaluieren. Ein konkretes Ziel ist dabei das Feintuning der KIs: Es gilt, die Balance besser auszutarieren, sodass eine Persona zwar bewusst renitent agieren kann, der Bot sich aber nicht in Endlosschleifen standardisierter Antworten verfängt.
Langfristig zielt „CULTURE HEADS“ darauf ab, Kooperationspartner:innen für eine breitere Pilotierung zu gewinnen. Das Tool soll künftig fest in der journalistischen Ausbildung und in redaktionellen Trainings verankert werden – ein Vorhaben, das im Kontext privater und staatlicher Hochschulen nun vor allem von zukünftigen Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten abhängt.