Musikwissenschaft
Du willst Musik nicht nur einfach hören, sondern auch verstehen? Dann bist du bei Musikwissenschaft genau richtig. Mit wissenschaftlichen Methoden gehst du den Fragen nach, wie Musik aufgebaut ist, wie sie funktioniert und wie sie in unterschiedlichen Zeitepochen gespielt und gehört wurde. Alles, was Musik ausmacht, lernst du im Studium der Musikwissenschaft.
Welche Studiengänge für Musikwissenschaft gibt es in Bayern?
Hochschule für Musik und Theater München, Musiktheorie/Gehörbildung
Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Ethnomusikologie
Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Musikwissenschaft
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, angewandte Musikwissenschaft
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, angewandte Musikwissenschaft und Musikpädagogik
Ludwig-Maximilians-Universität München, Kunst, Musik, Theater
Ludwig-Maximilians-Universität München, Musikwissenschaft
Hochschule für Musik Nürnberg, Interdisciplinary Music Research
Hochschule für Musik und Theater München, Musiktheorie/Gehörbildung
Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Ethnomusikologie
Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Musikwissenschaft
Ludwig-Maximilians-Universität München, Musikwissenschaft
Universität Bayreuth, Oper und Performance
Was ist Musikwissenschaft?
Musikwissenschaftler:innen sind wahre Meister der Musik. Sie kennen sich wie kaum jemand sonst in unterschiedlichen Musikrichtungen aus und beherrschen unterschiedliche Stile. Schließlich haben sie im Studium gelernt, wie Harmonien funktionieren und welche Grundlagen hinter der Musik stecken.
Daher versteht es sich fast von selbst, dass Musikwissenschaftler:innen gleichzeitig auch Musiker:innen sind und meistens mehrere Instrumente beherrschen. Außerdem komponieren sie oder dirigieren ein Orchester oder leiten einen Chor. Dabei kommen dein musikalisches Verständnis und deine Kreativität zum Einsatz. Als Komponist:in oder Dirigent:in arbeitest du zudem mit anderen Musiker:innen zusammen und musst sie führen.
Viele Musikwissenschaftler:innen schlagen auch eine Beamtenlaufbahn ein und arbeiten in Bibliotheken, großen Musikarchiven oder Museen. Des Weiteren bietet sich auch der Journalismus für Musikwissenschaftler:innen an, wenn du Spaß am Schreiben hast.
Passt der Studiengang Musikwissenschaft zu dir?
- Musik ist dein Leben
- Du kennst dich mit Rhythmen, Akkorden und Intervallen aus
- Du beherrschst mindestens ein Instrument
Wenn Musik dein Ein und Alles ist, bringst du schon einmal gute Voraussetzungen mit. Im Studium geht es aber vor allem darum, die theoretischen Hintergründe der Musik kennenzulernen und sich der Musikgeschichte zu widmen. Du musst also eine gehörige Portion abstraktes Denkvermögen vorweisen können und dich für viele unterschiedliche Musikstile interessieren.
Apropos „vorweisen“: Viele Hochschulen verlangen einen Eignungstest, den du für die Aufnahme eines Studiums der Musikwissenschaft bestehen musst. Der besteht meistens aus einem Vortrag. Du musst also etwas vorspielen oder -singen. Dann musst du dein Wissen über Grundlagen der Musiktheorie unter Beweis stellen. Zuletzt verlangen viele Hochschulen auch einen Gehörbildungstest, bei dem du Rhythmen, Akkorde und Intervalle erkennen musst.
Was macht man dann mit Musikwissenschaft?
Als Musikwissenschaftler:in stehen dir vielfältige Jobmöglichkeiten offen. Die meisten befinden sich im Kunst- und Kulturbereich, zum Beispiel als Dirigent:in eines Orchesters, Leiter:in eines Musikensembles oder eines Chors. Du kannst aber auch im Rahmen der höheren Beamtenlaufbahn für Bibliotheken, Museen oder Auktionshäuser arbeiten. Selbst der diplomatische Dienst als Kultur-Attaché wäre denkbar.
In Theater, Rundfunk, Film oder Fernsehen übernehmen Musikwissenschaftler:innen viele Managementaufgaben, etwa als Dramturg:in. Sie entwickeln zum Beispiel Spielpläne und tragen als wissenschaftlich ausgebildete Fachkraft maßgeblich zur Außendarstellung einer Institution wie einem Theater oder einer Oper bei.
- Rundfunk
- Film
- Theater
- Kulturinstitutionen
- Journalismus
- Forschung
- Bibliotheken
- Archive
- Museen
Wo kannst du einen Arbeitsplatz in Bayern finden?
Auf der XPLR: Media Map findest du einen Überblick über Medienunternehmen in Bayern.
Wie sieht der Studiengang Musikwissenschaft aus?
Als Musikwissenschaftler:in hörst du nicht einfach Musik, du weißt bereits beim Hören eines Liedes, mit welchen Harmonien hier gearbeitet, welche Akkorde genutzt werden. Ebenso kannst du das Lied sofort einem Musikstil zuordnen und kennst seine Entstehung. Musik besteht für dich nicht nur aus harmonisch klingenden Tönen, sondern auch aus der Theorie hinter der Musik.
Im Studium setzt du dich als angehende:r Wissenschaftler:in mit Musik aus unterschiedlichen Epochen, Stilen und Herkünften auseinander. Am Ende des Bachelorstudiengangs schreibst du eine Abschlussarbeit. Sie qualifiziert dich für das Masterstudium der Musikwissenschaften. Um den Mastertitel zu erhalten, musst du eine weitere Abschlussarbeit schreiben sowie ein Abschlusskolloquium durchlaufen.
Studium im Überblick
In Musikgeschichte sowie der Satz- und Kompositionslehre tauchst du in die historischen Zusammenhänge der europäischen Musik ein, angefangen bei der Antike bis in unsere heutige Zeit.
Der zweite Studienschwerpunkt besteht aus der Akustiklehre, der Musikpsychologie und -soziologie sowie der Musiktheorie und -ästhetik. Hier wird auch Popmusik oder zum Beispiel die in Werbung genutzte Musik analysiert. Der Bereich wird unter dem Begriff „systematische Musikwissenschaft“ zusammengefasst.
Die dritte Säule ist die Ethnomusikologie. Dabei beschäftigst du dich mit der Musik aus den unterschiedlichsten Kulturen rund um den Globus. Du gehst der Frage nach, unter welchen kulturellen Bedingungen Musik entsteht und wie sie im jeweiligen Kulturkreis verbreitet wird.
Was ist der Unterschied zu anderen Studiengängen?
Das Musikstudium ähnelt sehr stark der Musikwissenschaft, wenngleich es sich mehr an der Praxis orientiert, wohingegen bei der Musikwissenschaft die Theorie im Vordergrund steht. Häufig entscheiden sich Musikstudent:innen für eine konkrete Musikrichtung und spielen hierfür ein Instrument. Musikwissenschaftler:innen sind in jeder Musikrichtung der Welt zu Hause und haben ein umfassendes Bild von der Musikentstehung und -vermittlung.
Auch in der Musikpädagogik liegt der Studienschwerpunkt mehr auf der Praxis. Denn hier geht es um die Didaktik, also auf welche Art und Weise man zum Beispiel Kindern Musik vermittelt. Dementsprechend eignet sich das Studium der Musikpädagogik eher für Menschen, die in die Lehre gehen wollen, etwa an Hochschulen, Musikschulen oder auch als Lehrer:in an herkömmlichen Schulen.
Inzwischen wird auch Dramaturgie als eigenständiges Studienfach angeboten, wenngleich viele der heutigen Dramturg:innen immer noch gelernte Musik- oder Theaterwissenschaftler sind. Im Vergleich zur Musikwissenschaft ist das Dramaturgiestudium thematisch breiter aufgestellt, da hier verschiedene Kunstrichtungen abgedeckt werden.