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Dieses Event liegt bereits in der Vergangenheit

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Future Skills/Future Jobs: Die Zukunft der Buchbranche

Wie verändern Künstliche Intelligenz, neue Technologien und agile Prozesse die Rollen in der Buchwelt von morgen? Auf der Frankfurter Buchmesse diskutierten Expert:innen aus Verlagswesen, Selfpublishing und Unternehmenskommunikation über die entscheidenden Zukunftsfähigkeiten. Die wichtigste Erkenntnis: Die Technologie verändert die Rahmenbedingungen – doch der Mensch bleibt das Herzstück des Wandels.

Buchmesse Frankfurt - Halle 5.0 A71

Man muss neugierig sein. Man muss sich trauen, sich in Dinge einzuarbeiten, von denen man überhaupt keine Ahnung hat. Man muss eine bestimmte Geisteshaltung mitbringen – wenn man die hat, ist man in der Branche richtig.

Carmen Udina Leitung Selfpublishing, tolino media

  • Technologie als Werkzeug, Mensch als Kern: KI und digitale Tools optimieren Arbeitsabläufe (z. B. Datenverarbeitung, Tabellen), ersetzen aber keinesfalls die menschliche Kreativität, die Beurteilungsfähigkeit und das emotionale Storytelling.
  • Handwerk schlägt Automatisierung: KI liefert Ergebnisse, aber nur wer das eigene Handwerk versteht, kann die Qualität der Outputs richtig bewerten und steuern.
  • Währung Vertrauen: In Zeiten von Disruption und KI-Generierung bildet Vertrauen – zwischen Verlagen, Autor:innen, Buchhandel und Leser:innen – das wichtigste Fundament.
  • Kultur des Ausprobierens: Gefragt sind keine fertigen KI-Spezialist:innen, sondern eine Geisteshaltung der Offenheit, Neugier und kontinuierlichen Lernbereitschaft.

Was die Branche jetzt braucht

Die Future Skills im Detail

  • Urteils- und Entscheidungskompetenz

    Die Flut an neuen Tools macht es essenziell, schnell zu filtern und Entscheidungen zu treffen. Wichtig ist die Fähigkeit zu erkennen, was für die eigenen Unternehmenswerte relevant ist und was verworfen werden kann.

  • Kritisches Hinterfragen & Kluge Fragen stellen

    Nachwuchskräfte und Teams punkten künftig nicht durch das Abarbeiten von Routineaufgaben, sondern durch Hinterfragen, Gegenrede und das Einbringen eigener Perspektiven.

  • Menschliche Beziehungsarbeit & Sichtbarkeit

    Veranstaltungen, der direkte Blickkontakt und der persönliche Austausch gewinnen massiv an Wert. Ob Mentoring-Programme (wie beim AVP) oder authentische Einblicke auf Social Media (z. B. Azubi-Kanäle): Authentizität schlägt plumpe Werbebotschaften.

Eigenständiges Denken ist sehr wichtig. Ich weiß gar nicht, wie man das heute noch schafft, die Autorität über das eigene Denken nicht abzugeben, denn der Markt ist so disruptiv.

Lars Claßen CEO und Co-Gründer, Kjona Verlag

Mindset & Einstellung

  • Neugier und Lernbereitschaft: Mut, sich kontinuierlich in völlig unbekannte Themen und neueste Technologien (auch als Führungskraft) einzuarbeiten.
  • Agilität und Ambidextrie: Wandel und Disruption nicht als Krise, sondern als Ergänzung und Chance begreifen.
  • Fehlerkultur: Bereitschaft und Reflexionsfähigkeit, Irrtümer und Fehlentscheidungen offen zuzugeben.

Denk- und Handlungskompetenzen

  • Kognitive Souveränität: Festhalten am eigenständigen Denken; die Urteilskraft und Autorität über den eigenen Verstand nicht an Technologie/KI abgeben.
  • Entscheidungskompetenz: Mithilfe von Bauchgefühl und klarem Fokus schnell filtern, welche Trends irrelevant sind.
  • Fundiertes Handwerk & Basiswissen: Grundlegendes Fachwissen bleibt essenziell, um KI-Ergebnisse überhaupt bewerten und steuern zu können.
  • Kritische Diskursfähigkeit: Einbringen durch kluge Fragen, Gegenrede und Haltung als Differenzierungsmerkmal.

Menschliche Kernkompetenzen & Positionierung

  • Kreativität als Markenkern: Menschlich geschaffene Inhalte und Designs gewinnen als sichtbares Qualitätsmerkmal („Human-made“) an Wert zurück.
  • Glaubwürdigkeit & Vertrauensaufbau: Hohe Kernkompetenz im Beziehungsaufbau – Vertrauen zwischen Verlag, Buchhandel, Autor:innen und Leserschaft als geschäftskritischer Faktor.
  • Zielgruppen- und Markenverständnis: Bereitschaft, Branchennarrative zu hinterfragen und starke, wertebasierte Marken aufzubauen.

Technologische Kompetenz & Changemanagement

  • Pragmatische Technologie-Akzeptanz: Offenheit für KI und Tech-Trends, sofern sie mit den eigenen Werten und Unternehmenszielen matchen.
  • Support & Empathie im Change: Geduldige Weiterbildung und kontinuierliche Begleitung der Mitarbeitenden bei der Werkzeugeinführung.

Employer Branding & Branchenattraktivität

  • Werte- und Kulturorientierung: Betonung von Herzlichkeit, Gemeinschaft und sinnstiftenden Werten im Recruiting gegenüber rein monetären Anreizen.
  • Menschliche Sichtbarkeit: Authentische Einblicke (z. B. durch Nachwuchs/Azubis oder Mentoring) statt plumper Recruiting-Kampagnen.
  • Spezielle Support-Rollen schaffen

    Etabliere feste Ansprechpersonen für neue Technologien (z. B. im Bereich PR-Data Solutions), die Teams mit Geduld abholen, Tools testen und Schulungen begleiten.

  • Kultur der Fehlertoleranz leben

    Erlaube dir und deinen Teams, Dinge auszuprobieren und auch offen einzugestehen, wenn eine Hypothese oder ein Tool einmal nicht funktioniert hat.

  • Basiswissen sichern

    Lagere Routinearbeiten an KI aus, aber sorge dafür, dass Nachwuchskräfte weiterhin das fundamentale Handwerk lernen, um KI-Ergebnisse qualifiziert bewerten zu können.

Ich kann nur GUT oder SCHLECHT bewerten, wenn ich das Handwerk beherrsche. Ich muss erstmal verstehen, worum es geht und was hier vereinfacht wird – das nützt mir sonst auch mit KI nichts.

Rebecca Prager Leitung Unternehmenskommunikation, Penguin Random House Verlagsgruppe

  • Netzwerke & Weiterbildung nutzen

    Nutze kostenlose und niederschwellige Webinare und Austauschformate von Branchennetzwerken wie der IG Digital, dem AVP (Arbeitskreis Verlagspragmatiker) oder Veranstaltungen von uns.

  • Mut zur Lücke und Neugier

    Eigne dir eine Grundhaltung an, Neues ohne Angst zu testen. Du musst nicht alles sofort perfekt beherrschen, sondern die Bereitschaft mitbringen, dazuzulernen.

  • Eigenes Profil schärfen

    Bringe dich durch mutiges Nachfragen und klare Haltung aktiv in Projekte ein. KI ist Standard, aber deine individuelle Denkweise macht den Unterschied.

Hintergrund

Das Panel fand im Rahmen der Frankfurter Buchmesse mit freundlicher Unterstützung des MedienNetzwerk Bayern und XPLR: Media in Bavaria statt.

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Lars Claßen

CEO und Co-Gründer, Kjona Verlag

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Rebecca Prager 

Leitung Unternehmenskommunikation. Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH

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Carmen Udina

Leitung Selfpublishing, tolino media

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Insa Wiese

Senior Partnerin & Project Managerin, Medien.Bayern GmbH

Ansprechpartnerin

Frau mit schulterlangen, braunen, welligen Haaren, die lächelt und einen schwarzen Pullover mit Muster trägt. Hintergrund ist weiß.

Insa Wiese

Senior Partner- und Projektmanagerin