Future Skills in Marketing & Kommunikation

Unsere Learnings aus dem Future Skills Round Table am 25. Februar 2022.

 

Wie kann die Attraktivität des Berufsfelds gesteigert werden?
Wie sollte die Ausbildung gestaltet sein?
Welche Skills werden vermittelt und sind es die Richtigen?
Wie ist es möglich, die Ausbildungsangebote an die Realität des Marktes anzupassen?

Diese und viele weitere Fragen stellten sich die Teilnehmer:innen des Round Tables Future Skills in Marketing & Kommunikation am 25. Februar 2022

Round Table Review

Am 25. Februar lud Start Into Media die Ausbilder:innen in der Marketingbranche an den runden Tisch, um Ideen zu sammeln, wie die Ausbildung zukünftig aussehen müsste.

Review

Ergebnisse & Learnings

Attraktivität des Berufsfelds

Wie sexy ist die Branche eigentlich noch? Im Brainstorming zum Thema Attraktivität wurde schnell klar: nicht nur die Branche hat sich verändert, sondern auch die Lebensrealität der Bewerber:innen. Vom ursprünglichen Zulauf junger Talente ist man heute weit entfernt. In Marketing und Kommunikation zu arbeiten, ist nicht mehr der ausreichende Triebfaktor, um geeigneten Nachwuchs anzuwerben.

Die vielleicht einzige positive Konsequenz der besonderen Pandemiesituation der letzten Jahre ist allerdings die höhere Flexibilität der Arbeit. Und das ist eine Chance für die Branche, sich zu erneuern. Indem sie auf die Bedürfnisse der Bewerber:innen eingeht:

  • Die Möglichkeit für Home-Office muss gegeben sein. Dazu braucht es auch eine funktionierende, digitale Infrastruktur des Unternehmens
  • Ohne flexible Arbeitszeiten kommt niemand mehr aus. Die Branche muss sich vom Zwang der Büroarbeit von 8/9 - 17/18 Uhr verabschieden. Gleitzeiten versprechen konzentrierte und effiziente Arbeitsphasen im Alltag.
  • Eine die Arbeit würdigende Vergütung und eine geregelte Arbeitsintensität, die vor Konsequenzen wie Burn-out schützt. Um das zu gewährleisten, müssen Arbeitsaufwand und Kosten von qualitativem Marketing besser an potenzielle Kund:innen kommuniziert werden. Insbesondere, um Preis-Dumping zu verhindern.

Hier sehen wir uns von Start Into Media in der Aufgabe einer authentischen Außenkommunikation für die Branche. Kurz: die Branche selbst braucht gutes Marketing! Wir zeigen, wie der Alltag in Marketing & Kommunikation aussieht, welche großartige Arbeit hinter den Kulissen geleistet wird, von der die Kund:innen oft kaum bis gar nichts mitbekommen. So sorgen wir für mehr Wertschätzung und geben jungen Interessierten gleich einen wichtigen Über- und Einblick in die Branche.

Für junge Interessierte fehlt es an Orientierung im Berufsfeld Marketing und Kommunikation. Das liegt bereits daran, dass die Bewerbung und auch die vermittelten Inhalte nicht mehr vollständig auf dem aktuellsten Stand sind. Wie auch bereits im ersten Thema können wir festhalten: Das Berufsbild ist nicht mehr sexy genug. Wie kann es uns dennoch gelingen, den Nachwuchs der Branche zu erreichen, anzusprechen und für ihn sichtbar zu bleiben?

Zunächst muss Klarheit herrschen. Oft fehlt Einsteiger:innen der Überblick über die Branche, da bereits sehr früh in der Ausbildung nach Spezialisierungen wie Design, Fotografie oder Redaktion aufgeteilt wird. Gleichzeitig werden Bewerber:innen mit eben auf diese Spezialisierungen fokussierten Ausschreibungen konfrontiert.

Orientierungskompetenz

Hier sind Personalabteilungen und Fachabteilungen gleichermaßen gefragt: Sie müssen enger zusammenarbeiten um Stellenausschreibungen klarer zu definieren. Bleibt noch die Frage, wie Bewerber:innen am besten zu erreichen sind:

  • YouTube als Inspirationsquelle? Können sich junge Menschen überhaupt über YouTube informieren, was ihr Berufswunsch ist? Gibt YouTube da überhaupt die richtigen Infos? Wir haben bereits damit angefangen: Schaut mal rein
  • Was sind geeignete Trigger für die beworbenen Berufe? An Stelle einer erschlagenden Infoflut über Spezialisierungen muss die Leidenschaft der Bewerber:innen für den Beruf geweckt und angesprochen werden
  • Die Informationen müssen leicht verständlich und übersichtlich präsentiert werden. Hier sehen wir unsere Hauptaufgabe!

Doch die Orientierung muss früh beginnen. Viele junge Menschen kennen die spezifischen Schulformen gar nicht. Was macht eine Berufsschule überhaupt? Was und wie bilden Berufsschulen oder Medienakademien aus? Diese Fragen müssen klar beantwortet werden.

Berufsberatungen und Tage der offenen Tür sind in der Vergangenheit nicht gut geglückt. Es fehlte an Motivation und Inspiration - und natürlich hat auch die Pandemie Live-Veranstaltungen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Berufs- und Jugendmessen sind eine passende Alternative, für Berufsschulen aber kostenpflichtig.

Letztlich sind auch die Arbeitsämter gefragt: Eine bessere Berufsberatung an Agenturen für Arbeit wäre wünschenswert, die Berater müssen sich im Branchenbereich Medien aber besser auskennen, sonst schicken sie die jungen Leute in die falsche Richtung.

Fazit

Im Überblick

Zusammenfassend konnten wir gemeinsam festhalten:

  • Das Thema muss viel mehr an die jungen Menschen andocken: Die Zielgruppe muss abgeholt werden.
  • Alumni an die Schulen! Dort stellen sie ihre Berufe und ihren Alltag vor, was man da macht und wie man dahin kommt.
  • Es braucht besseren Kontakt und eine gute Vernetzung mit Beratungsstellen, um über Berufe aufzuklären.
  • Schulen müssen angesprochen, um über kostenlose Workshops Einblicke in den Beruf zu geben.
  • Berufsbilder sollen offener werden: Sich nur auf ein Berufsfeld zu konzentrieren reicht nicht aus, um seinen zukünftigen Berufsweg zu planen.

Insight

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Helge Ruff
CEO der Agentur für digitale Markenkommunikation OneTwoSocial

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Julia Empelmann
Attention Manager bei hypr Berlin

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