Berufsorientierung an Gymnasien

Am 23. Juni 2022 diskutierten wir Online über die Möglichkeiten der Vermittlung von Ausbildungs- und Berufs­perspektiven im Medienbereich an bayerischen Gymnasien.

Lehrer
Schülerin

Wie lassen sich Betriebspraktika besser in den Lehrplan integrieren? Wie können Praktika für Schüler:innen attraktiver gestaltet und beworben werden? Wie lässt sich ein Alumni-Tag umsetzen, der diese Perspektiven schafft?

Diese und weitere Fragen – vor allem in Bezug auf den Einstieg in die Medienausbildung – stellten sich beim Round Table am 23. Juni 2022

Round Table Review

Am 23. Juni lud Start Into Media Lehrer:innen bayerischer Gymnasien ein, um über Herausforderungen, die Umsetzung von Betriebspraktika und Berufsvorbereitung zu sprechen.

Ergebnisse

Ist-Zustand

In der 9. Klasse werden Betriebspraktika und Vorbereitungsphasen in Blöcken vorbereitet. Die Berufsorientierung wird in der 11. Klasse in das P-Seminar mit eingebunden und wird meist von den betreuenden Lehrer:innen geleistet. Hilfe von Expert:innen aus unterschiedlichen Unternehmen wird hierzu gerne angenommen.

In den letzten zwei Jahren hatten Schüler:innen bedingt durch die Corona-Pandemie größere Schwierigkeiten Praktikumsstellen zu bekommen. Für die Schüler:innen ist es häufig schwierig, einen Praktikumsplatz ihres Wunsches zu finden. Sie müssen dann Praktika absolvieren, die nicht ihren Interessen entsprechen und somit für sie nicht zukunftstauglich sind.

Es gibt bereits die Praktikumsbörse Sprungbrett Bayern, welche viel von Schüler:innen genutzt wird und von den Lehrer:innen als sehr sinnvoll wahrgenommen wird. Es handelt sich hierbei um eine Online-Praktikumsbörse für alle Schularten und Branchen in Bayern.

Wie die Berufsorientierung nach der Umstellung auf G9 aussehen kann, steht bislang noch nicht fest.

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Ziele

  • Den Schüler:innen attraktive Praktikumsplätze vermitteln, die ihren Interessen entsprechen
  • Offenheit von Unternehmen, ihre Praktikumsangebote flexibel zu gestalten: Viele Unternehmen wollen keine Praktikant:innen, die nur für eine Woche da sind. Die Struktur des Schulalltags lässt aber längere Praktika kaum zu, außer wenn Schüler:innen freiwillig ihr Praktikum in die Ferien hinein verlängern
  • Stärkere Fokussierung auf Angebote, die für die Schüler:innen tatsächlich relevant sind
  • Stärkere Einbindung von Expert:innen aus der Wirtschaft, insbesondere für das Bewerbungstraining
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Ideen für Berufsorientierung an Schulen

Alumni-Tage an der Schule

  • Der beste Zeitraum für einen Alumni-Tag wäre zu Schuljahresbeginn (September, Oktober), besonders wichtig wäre hier, dass dieser Projekttag nicht in die Prüfungsphase fällt
  • Eingeladene Alumnis sollten auf jeden Fall für die Schüler:innen interessant sein, jüngere Studierende sind hier meist spannender und vorzuziehen, als bereits etablierte und ältere Menschen (30+) aus der Wirtschaft
  • Interessant wären eventuell zeitlich kompaktere Formate (ca. 1,5h) statt einem ganzen Tag, da diese besser in den Schulalltag einzugliedern sind
  • Alternativ gäbe es auch eine Möglichkeit diese Alumni-Tage in digitaler Form stattfinden zu lassen, da so deutschlandweit spannendere Menschen akquiriert werden können (ein Beispiel für ein ähnliches Projekt wäre Class Chats)
  • Für G9 sind vermutlich solche oder ähnliche Projekttage vorgesehen (5 Tage im Schuljahr)

Besuch von Messen mit gezielten Workshops, die Hands-On zeigen, was man in den spezifischen Berufen macht.

  • Beispielsweise Teilnahme an Workshops im Rahmen der Medientage inkl. Verweilen in den geplanten Produktionsecken, die für verschiedene Teilbereiche der Medienbranche stehen. Hier haben Schüler:innen die Möglichkeit, verschiedene Aspekte der Medienbranche anzuschauen, auszuprobieren und mit Expert:innen ins Gespräch zu kommen.
Fazit

Im Überblick

Zusammenfassend konnten wir gemeinsam festhalten:

  • Das Thema muss viel mehr an die jungen Menschen andocken: Die Zielgruppe muss abgeholt werden.
  • Alumni an die Schulen! Dort stellen sie ihre Berufe und ihren Alltag vor, was man da macht und wie man dahin kommt.
  • Es braucht besseren Kontakt und eine gute Vernetzung mit Beratungsstellen, um über Berufe aufzuklären.
  • Schulen müssen angesprochen, um über kostenlose Workshops Einblicke in den Beruf zu geben.
  • Berufsbilder sollen offener werden: Sich nur auf ein Berufsfeld zu konzentrieren reicht nicht aus, um seinen zukünftigen Berufsweg zu planen.

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