Berufsorientierung an FOS/BOS

Am 30. Juni 2022 diskutierten wir Online über die Möglichkeiten der Vermittlung von Ausbildungs- und Berufs­perspektiven im Medienbereich an bayerischen Fach- und Berufsoberschulen.

Lehrer
Workshop

Wie informieren wir Schüler:innen besser darüber, wie ihr Berufsalltag später aussehen wird? Wie können sich Schulen und Ausbildungseinrichtungen besser austauschen und koordinieren? Wie lässt sich ein Alumni-Tag umsetzen, der diese Perspektiven schafft?

Diese und weitere Fragen – vor allem in Bezug auf den Einstieg in die Medienausbildung – stellten sich beim Round Table am 30. Juni 2022

Round Table Review

Am 30. Juni 2022 lud Start Into Media Lehrer:innen bayerischer Fach- und Berufsoberschulen ein, um über Herausforderungen und die Umsetzung der Berufsvorbereitung zu sprechen.

Ergebnisse

Ist-Zustand

Die Berufsorientierung an den Fach- und Berufsoberschulen erfolgt meist durch externe Partner:innen wie die Agentur der Arbeit oder Expert:innen aus Firmen und Unternehmen, beispielsweise der AOK; die Lehrer:innen selbst arbeiten hauptsächlich in der Schullaufbahnberatung. Auch gibt es das Angebot für die Schüler:innen, regelmäßig Beratungs-Sprechstunden von externen Partner:innen an der Schule wahrzunehmen.

Einmal im Jahr finden Exkursionen zu Berufsmessen statt und es gibt an der Fachoberschule die Vortragsreihe “Wege nach der FOS”, in der Schüler:innen zusätzlich über berufliche Perspektiven informiert werden. Es finden allgemein Vorträge zur Studiums-, Ausbildungs- und Berufswahl statt.

Die Zeit neben den Vorbereitungen für das Abitur ist sowohl seitens der Schüler:innen als auch der Lehrer:innen sehr knapp bemessen, weswegen die Berufsorientierung von vornherein gut strukturier sein muss.

Ganz neu: Die App Yolomio. Innerhalb dieser App sollen Schüler:innen fortan Informationen zu Berufsbildern erhalten. Die App wurde aus einer Umfrage vom Ritterbach Verlag heraus entwickelt.

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Probleme bei der Berufsorientierung

Eine erfolgreiche Berufsorientierung ist aus Sicht der Lehrer:innen eine individuelle Betreuung der Schüler:innen. Meist fällt es den Schüler:innen jedoch noch schwer, sich zielgerichtet eigenständig zu orientieren, was unter anderem auch an der Fülle und Unübersichtlichkeit der Informationen liegt. Mehr Struktur und genauere Erklärungen wären hier angebracht.

Ein Kernproblem sehen die Lehrer:innen auch darin, dass viele der Schüler:innen noch zu jung sind, um die Berufsorientierungsangebote zielführend wahrnehmen zu können und häufig mit dem Prozess an sich überfordert sind. Sie werden heutzutage fast drei Jahre früher mit dem Thema Berufsorientierung konfrontiert (frühere Einschulung, G8 und der Wegfall des Wehrdienstes).

Dies hat zur Folge, dass kaum Zeit für die Persönlichkeitsentwicklung und die Entwicklung von beruflichen Vorlieben und Interessen bleibt. Die Schüler:innen zeichnen sich vermutlich auch aufgrund dessen durch mangelnde Recherchekompetenz und Motivation aus. Zudem fehlen an den Fach- und Berufsoberschulen häufig einfach die Kapazitäten für die Berufsorientierung. Die Schüler:innen sind oft ausschließlich auf das Ziel des Abiturabschlusses fokussiert und haben kein ausreichendes Bewusstsein für die Notwendigkeit einer rechtzeitigen Berufsorientierung. Das gilt es zu ändern.

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Information und Austausch

Unternehmen und Firmen kommen auf die Fach- und Berufsoberschulen zu und bieten Informationen zu ihrem Berufs- und Ausbildungsangebot an. Auch durch die fachpraktische Ausbildung und die enge Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit besteht intensiver Kontakt zu potenziellen Arbeitgeber:innen.

Es gibt sehr viel Informationsangebot für die Schulen, allerdings fehlt es den Lehrer:innen häufig an Zeit in ihrem Berufsalltag, um diesen Fluss an Informationen zu sortieren und priorisieren.

Auch regelmäßiger Kontakt zu den Hochschulen besteht. Allerdings präsentieren diese meist nur ihr Studienangebot, was den Schüler:innen keinen Mehrwert im Gegensatz zu einer Internetrecherche bietet.

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Alumni Tag an Schulen

Das Konzept eines Alumni-Tags wurde an einigen Schulen bereits umgesetzt. Bei dieser Veranstaltung berichten ehemalige Schüler:innen über ihren derzeitigen Berufs- oder Ausbildungsalltag. Der Alumni-Tag kam bei den Schüler:innen bisher gut an.

Auch hier zeigt sich ein zeitliches Problem, da ein ganzer Tag für diese Veranstaltung kaum aufzubringen ist, ohne Zeitverlust für den Lehrplan in Kauf zu nehmen. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass die Alumni sich bereits im Berufsleben befinden und sich somit ebenfalls nur begrenzt für einen Alumni-Tag zur Verfügung stellen können. Einige Lehrer:innen sahen es als realistischer an, diese Veranstaltungen auf einen Nachmittag oder Abend zu legen, um den Schulalltag nicht zu stören, bestenfalls nach Notenschluss.

Die räumlichen Gegebenheiten der Schule sind eine wichtige Voraussetzung, da kleinere Schulen mit wenig Platz hier eventuell auf Schwierigkeiten stoßen würden.

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